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Technologe 213

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2 / 2012

213. Folge

technologe
Mitteilungen des Verbandes der Technologinnen und Technologen

ECER 2012
European
Conference on
Educational Robotics

Standardisierte
Reife- und
Diplomprüfung (2)

I am [Link] –
Jahreszeiten

Sponsoring
by FESTO

Diplomprojekte
– e-cliptic Advanced
– Windsack-Kraftwerk

Marktüberwachung
am Beispiel
Trittschalldämmstoff
technologe

© 2012 Accenture. All rights reserved.


213. Folge Die Schule der Technik

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das Ihnen mehr Chancen, Herausfor-
derungen und Zufriedenheit bietet.
Ein Unternehmen, das auf Teamwork
und Zusammenarbeit setzt. Ein Unter-
nehmen, das Technologietrends mit-
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nehmen zu wechseln. Sprechen Sie
mit uns und entdecken Sie Ihre
Möglichkeiten.
[Link]/karriere

2
technologe
Die Schule der Technik
Editorial 2 / 2012

A Glimpse into the Future –


Probe für die Zukunft
alle zum Nachlesen ein langer Bericht, ein paar Kolumnen
Manchmal stolpert man in die Zukunft. So geschehen und einige inspirierende Fotos über ECER 2012 – auch Wil-
während der ECER 2012 am TGM. Dass diese Veranstaltung helm Exner ist natürlich Teil innovativen Treibens am TGM.
ohne große Ankündigung, eigentlich überraschend plötzlich, Teil 2 zur standardisierten Reife- und Diplomprüfung zeigt
den Exnersaal bespielte, ist einigen Unermüdlichen geschul- nochmals die Prüfungsarchitektur und führt durch die zukünf-
det. Dass sie erfolgreich, wenn man dem Enthusiasmus der tige Form der Deutsch-Reifeprüfung.
Beteiligten glauben kann, ablief, ist dann nur bedingt sensa- Innovation und technischer Erfindergeist durchströmt
tionell. Dass wir am TGM nicht wirklich mitbekamen, was auch viele der jährlich verfassten Diplomprojekte. Um hier ei-
da für ein Juwel gehoben wurde, bleibt hier die Sensation nen Einblick in die Vielfalt der Fragestellungen und Lösungen
– wenn auch keine rühmliche. zu geben, werden wir möglichst regelmäßig pro Ausgabe des
Natürlich passiert so viel – und um einen Liedtext eines „technologen“ zwei Diplomprojekte vorstellen.
gerade aktuellen deutschen Hits zu covern: „Wir müssen nur
Zu guter Letzt: ¡schöne und erholsame Ferien, tolle Ur­
noch 436 Mails checken, dann noch kurz die Welt retten,
laube und Kraft für zukünftige Tätigkeiten und Projekte!
und schon sind wir aufmerksamkeitsmäßig bei Euch“. Dabei
... und etwas, was Washington Irving, ein amerikanischer
übersieht man, das Neue, das Aufregende vor seiner Nase.
Diplo­mat und Schriftsteller, 1829 im Sommer in Granada
Aber wozu gäbe es dieses interessante Vierteljahresmaga-
fühlte: mere existence enjoyment (reine bloße Freude am
zin, wenn es nicht als Info-Screen für genau solche Veranstal-
Leben)!
tungen, Aktivitäten und Innovationen taugte. Darum für uns
Bernd Mayr

Roboter-Spektakel im Exnersaal
ständig lösen soll, d. h. ohne direkte äußere Einflüsse (z. B.
Wenn sich jemand im Zeitraum von 25. bis 28. April in durch eine Fernbedienung). Das Konstruktions-Set besteht
den Exnersaal des TGM verirrt hat, gab es mit Sicherheit größtenteils aus Lego Technik, speziellen Metallteilen und
einige Fragezeichen: Einige Schüler sitzen an Tischen und einer Sammlung aus Sensoren, Motoren und Servos. Für die
arbeiten mit Lego-Robotern, andere stehen an eigenartigen Programmierung steht eigens eine Entwicklungsumgebung
Tischen und lassen ihre Roboter dort selbstständig Aufga- zur Verfügung, in der man sich für die Programmiersprache
ben verrichten, und in regelmäßigen Abständen ertönt ein C oder Java entscheiden kann. Unter anderem fördert das
Gong. Die Rede ist von den Open Practice Tables, was jeden Botball-Programm die Teamfähigkeit, Social Skills und vor
Vormittag stattfindet und wobei die Schüler die Möglichkeit allem die technischen Fertigkeiten der Teilnehmer und soll
haben, an ihren Robotern zu arbeiten und sie in der Praxis für einen späteren Einstieg in einen Technik-Beruf fit machen.
auszuprobieren. Der Wettkampf wird üblicherweise auf einem quadratischen
Tisch ausgetragen, der nach einem speziellen Thema gestal-
25. April – Erster Tag tet wurde und in bestimmter Art und Weise von den Robotern
Educational Robotics bearbeitet werden soll (z. B. Transportieren von Bällen, Sta-
Wir befinden uns zu Beginn des ersten Tages auf der peln von Würfeln etc.).
­ uropean Conference on Educational Robotics, kurz ECER,
E Nach den Open Practice Tables folgte eine kurze Will-
die nach dem amerikanischen Vorbild, der Global Conference kommensrede von Organisator Dipl.-Ing.(FH) Mag. Gottfried
on Educational Robotics (GCER) dieses Jahr das erste Mal in Koppensteiner mit anschließender Entlassung in die Mittags-
Europa ausgerichtet wurde. Die Konferenz basiert auf dem pause, die die meisten Teilnehmer in der hauseigenen Mensa
aus den USA stammenden Botball Educational Robotics verbrachten. Doch diese war nur knapp bemessen, denn der
Program des Kiss Institute for Practical Robotics (KIPR). enge Zeitplan sah schon bald die nächste Aktivität vor: eine
Das Ziel dieses Programms ist es, Kinder und Jugendliche der beiden Breakout Sessions. Dabei können Teilnehmer,
für Technik zu begeistern, indem sie selbstständig in Teams die vor der Konferenz ein Paper geschrieben und eingereicht
autonome Roboter bauen und programmieren, mit denen haben, dieses im Rahmen eines 10-minütigen Vortrags vor
sie dann an Wettkämpfen teilnehmen können. Autonom be- versammeltem Publikum präsentieren. Die gesamte Konfe-

deutet in diesem Fall, dass der Roboter die Aufgaben selbst- renz fand aufgrund der Konformität mit dem aus den USA

3
technologe
213. Folge Die Schule der Technik

sind. Es befinden sich drei Würfel mit unterschiedlichen


Farben auf dem eigenen Spielfeld, die in einer bestimmten
Reihenfolge gestapelt werden sollen. Des Weitern gibt es
einen Ring, in den Tischtennisbälle befördert werden sollen,
die über einen Einlass ins Spiel gebracht werden können. Auf
dem eigenen Spielfeld befinden sich ebenfalls zehn Plüsch-
bälle, die in eine bestimmte Zone gebracht werden müssen.
In der Mitte des Tisches befinden sich u. a. Papierstreifen
und das Botball-Maskottchen, der Botguy, die jeweils Punkte
bringen, wenn sie auf die eigene Seite befördert werden kön-
nen. Zum Lösen dieser Aufgaben gibt es zwei Minuten Zeit
pro Runde, wobei für jede der Aufgaben bestimmte Punkte
vergeben werden und am Ende die Summe der Punkte aus-
schlaggebend ist.
Künstlerischer Roboter
Im Anschluss an die erste Breakout Session stand der
Robotics Showcase auf dem Plan. Dieser bietet sowohl Teil-
nehmern als auch externen Roboter-Experten die Möglichkeit,
Geballte Mädchenpower ihre Roboter zu präsentieren und vorzuführen. Dieses Jahr
gab es im Zuge des Showcases besonderen Besuch: Ing. Erik
stammenden Botball-Programm und den teils internationalen Dokulil von Robots In Architecture führte seinen privaten

Gästen und Teilnehmern in englischer Sprache statt. Das Industrieroboter der Marke Kuka vor. Besonderheit an diesem
verbessert natürlich die Englischkenntnisse der deutschspra- 300 Kilogramm schweren Roboterarm ist, dass er nicht wie
chigen Teilnehmer und ermöglicht es, Erfahrung und Übung
im Präsentieren vor größerem Publikum zu sammeln. Die Prä-
sentationen vermittelten den Eindruck, dass sich die Autoren
sehr engagiert mit ihrem Thema auseinandergesetzt haben
und der Spaß auch nicht zu kurz gekommen ist. Die Themen
waren sehr unterschiedlich: Sie reichten von Involvierung von
Robotik in der Ausbildung, über Programmierumgebungen,
die es erleichtern sollen, Roboter zu programmieren, bis hin
zu möglichst eleganten und effizienten Lösungen der diesjäh-
rigen Wettbewerbsaufgabe.
Was die Roboter tun müssen
Die zu lösenden Aufgaben des diesjährigen Wettbewerbs
sind sehr unterschiedlich und erfordern verschiedenste Ansät-
ze. Der Wettkampftisch besteht aus zwei gegenüberliegenden
Bereichen, die identisch und jeweils für ein Team gedacht

Aus dem Inhalt ursprünglich vorgesehen Schweißarbeiten und dergleichen


verrichtet, sondern Bilder zeichnet. Die Herausforderung da-
A Glimpse into the Future – Probe für die Zukunft 3 bei ist es natürlich, solch einen mächtigen Roboter mit einer
Roboter-Spektakel im Exnersaal 3
Präzision zu betreiben, die detaillierte Zeichnungen mit dem
Hauptversammlung des Technologenverbands 2012 10
Kugelschreiber zulässt. Die entsprechende Software dafür
Gottfried Koppensteiner 11
Inside the Team 12 benötigt dazu lediglich eine Vektorgrafik, berechnet sich die
Festo unterstützt TGM Wien 13 Wegpunkte, und nach einer Kalibrierung des Roboters kann
Die standardisierte Reife- und Diplomprüfung es schon losgehen. Es wurden einzelne Teilnehmergruppen
für die BHS (Teil 2) 14 aufgerufen, die eine Vorführung genießen durften, während
I am [Link] – Jahreszeiten 16 es den anderen Gruppen erlaubt war, an ihren Robotern
Aus dem Schulgeschehen ... 16 weiterzuarbeiten. Der zeichnende Roboter stieß auf große Be-
„Töchterpower“ am TGM 18 geisterung, insbesondere durch die doch flotten und präzisen
Die TGM-Werkstätten unterstützen die Kinderkrebshilfe! 19 Zeichnungen des Botball-Maskottchens und Konferenz-Logos.
Technisch-kulturelle Exkursion der 3BHWIL Einige Zeichnungen schmücken bereits die Wand des neuen
und 4BHWIL nach Prag 20 Robotik-Labors im TGM. Der Roboter stand für den gesamten
Eine kurze Reise in der Kunststoffwelt 22 Zeitraum der Konferenz vor dem Exnersaal bereit, wo er von
Exner lebt! 23 Zeit zu Zeit Logos und sonstige Anfragen der Teilnehmer zu
DIPLOMPROJEKTE 2011/2012 24 Papier brachte.
Werkstätte Erneuerbare Energien 26
4AHMIM und 4CHMIZ begegnen Technologien Die Wettkämpfe
zu Mobilität und Nahrungsmitteln 26 Nun steigt die Spannung etwas, denn der nächste Pro-
VA: Marktüberwachung – Ein Beispiel grammpunkt sind schon die ersten Wettkampfrunden der
aus der Praxis an einem Trittschalldämmstoff 27 Konferenz. Grundsätzlich wurden auf der ECER zwei unab-
Sekretariat des TechnologInnenverbandes 30 hängige Wettkämpfe ausgetragen: die Botball Tournaments
Der Europa Ingenieur (EUR ING) 31 mit 16 teilnehmenden Teams, dessen Wettbewerbsaufgaben
Terminvorschau 32 im Wesentlichen bereits erklärt wurden und auch in die-
Impressum 32 ser Form in den USA stattfinden, und die Disbotics Open
Tournaments mit einem teilnehmenden Team, eine für die

4
technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

ECER entwickelte Aufgabenstellung. Während es bei den



Botball Tournaments einige Einschränkungen bezüglich der


Konstruktion der Roboter und Alter der Teilnehmer gibt,
kann man beim Disbotics Open Tournament prinzipiell die
Roboter so gestalten, wie man sie gerne hätte. Jeder der bei-
den Wettkämpfe besteht aus verschiedenen Phasen: Zuerst
werden die Seeding Rounds ausgetragen, bei denen nur ein
Team pro Tisch so viele Punkte wie möglich erreichen soll.
Jedes Team hat drei Antritte, wobei der Durchschnitt aus
den besten beiden Ergebnissen zählt. Nach den Seeding
Rounds werden die Double Elimination Rounds ausgetragen,
bei d
­ enen jeweils zwei Teams pro Tisch gleichzeitig am Werk
sind, was bedeutet, dass man aktiv seine Gegner stören
und deren Punkte vereiteln kann – immerhin kann man sich
zwischen den beiden Spielseiten frei bewegen. Das Team mit
mehr Punkten gewinnt die Runde, eine Niederlage kann zum
Ausscheiden führen.
Die ersten Wettkampfrunden sind die Seeding Rounds der
Disbotics Open Tournaments. Bei diesem Wettkampf geht
es darum, ein Lego-Duplo-Konstrukt, das aus drei Steinen
besteht, zu zerlegen und die einzelnen Steine korrekt nach
Farbe zu sortieren, also in die entsprechenden Behälter zu
befördern. Diese Herausforderung hat lediglich nur ein Team
angenommen – was für die hohe Schwierigkeit der Aufgabe
spricht. Das Disbotics Team, das aus TGM-Schülern einer
vierten Klasse besteht, arbeitet schon seit Beginn des Schul-
jahres an einer wissensbasierten Lösung zur Zerlegung von
Lego-Konstrukten und anschließender Sortierung. In den See-
ding Rounds hat es leider nicht so geklappt, wie sie sich das
vorgestellt hatten, was im Wesentlichen auf Probleme in der
Software zurückzuführen war. Dennoch ist eine Aufgabe wie
diese sehr aufregend und selbst für Botball-Veteranen völlig
neu, was daher einige Schaulustige anzog.
Erste Vorträge
Neben den 10-minütigen Vorträgen in den Breakout Ses-
sions gab es auf der ECER auch die Möglichkeit, in Form von
längeren Vorträgen zu präsentieren, sowohl für Teilnehmer
(Participant Speech) als auch eingeladene Redner (Keynote
Speech). Am ersten Tag der Konferenz standen zwei Vorträge
am Plan. Der erste Vortrag war eine Participant Speech eines
Teams der HTL Wiener Neustadt über Problemlösungen in der
+
ProSol TF
angewandten Robotik. Es wurde detailliert auf die diesjährige
Wettbewerbsaufgabe eingegangen und die verschiedenen
Möglichkeiten, um Punkte zu erzielen, erörtert. Die zweite
Präsentation wurde von Dr. David Miller abgehalten. Es ging
um Roboter zur Unterstützung von Kleinkindern mit Muskel-
schwäche, im Speziellen um die Lehr- und Lernfähigkeit von
Die Dünnschichttechnologie der
Robotern zur Unterstützung des Krabbelverhaltens. neuen Generation.
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Stimmung beim Finale





(Foto: Matthias Heisler, WIT-Projekt TU Wien)

5
technologe
213. Folge Die Schule der Technik

Jury gerufen, die sogenannten On-Site Presentations. Dabei


Es ist nun schon früher Abend, als der letzte Programm- mussten die Teams sowohl die Entwicklung ihrer Roboter



punkt für diesen Tag begann: die Opening Reception. Hier als auch einige Punkte zu ihrer Organisation und ihrem
waren alle Teilnehmer der Konferenz zu Speis und Trank Teamwork erläutern. Diese Gespräche wurden bewertet
eingeladen und konnten in gemütlichen Rahmen erste Erfah- und flossen in die Dokumentationswertung ein. Ein Großteil
rungen austauschen. Der Hunger ist groß, die Stimmung beim dieser Wertung musste aber schon während der intensiven
Anblick der angerichteten Speisen dementsprechend gut, und Vorbereitung auf die Konferenz erbracht werden. Im Online-
der Tag klingt für die Teilnehmer angenehm aus. Aber nicht System der Konferenz waren diesbezüglich in regelmäßigen
so für die Organisatoren und Helfer – sie arbeiteten noch bis Abständen bestimmte Dokumentationsaufgaben abzugeben,
in die Nacht hinein, um Vorbereitungen für die nachfolgenden die sich größtenteils um die Entwürfe der Roboter gedreht ha-
Wettkampfrunden zu treffen. Unter anderem wurden zwei Ka- ben. Mit der zusätzlichen Abgabe von Papers für die Breakout
meras und Videowalls bei den Tischen aufgestellt, die es für Sessions hatten die Teilnehmer schon einiges an Vorarbeit zu
Zuschauer ermöglichten, das Geschehen auf den Tischen live leisten. Unter den 17 teilnehmenden Teams kamen 16 aus
zu verfolgen. Zum Organisationsteam zählten neben General Schulen der näheren Region (Wien und Niederösterreich),
Chair Gottfried Koppensteiner auch noch Technical Program insbesondere höhere technische Lehranstalten wie das TGM,
Committee Chair Christoph Krofitsch (ITS11B) und Tutorial HTL Wiener Neustadt und HTL Donaustadt. Sogar ein reines
and Workshops Chair Reinhard Grabler (ITI10B), beide Ab- Mädchenteam aus der BAKIP21, einer Kindergartenschule,

solventen des TGM und nun Studenten an der Technischen hat sich die Teilnahme zugetraut, was insbesondere den
Universität Wien. Das Team war sowohl für die aufwändige Geist des Botball-Programms unterstreicht, mehr Mädchen
Vorbereitung als auch für den reibungslosen Ablauf an der für Technik zu begeistern. Klares Highlight unter den Teams
Konferenz verantwortlich. Hochrangige Unterstützung ist war aber das Mädchenteam aus den USA. Sie haben einer-
auch direkt von KIPR aus Amerika gekommen: Dr. David seits durch ihr Exotendasein und andererseits mit ihren gut
Miller, seines Zeichens einer der Mitgründer von Botball, und durchdachten Lösungen für die Wettbewerbsaufgabe großes
Steve Goodgame, Executive Director von KIPR, halfen bei der Aufsehen erregt.
Durchführung und waren Juroren. Let The Games Begin
26. April – Zweiter Tag Nach der Mittagspause ist nun das erste von den Teams
Der zweite Tag der ECER begann wie üblich mit den Open heiß ersehnte Event an der Reihe: die Seeding Rounds für
Practice Tables, in der die Teams nacheinander aufgerufen das Botball Tournament. Auch hier wurden alle Teams nach-
werden, um auf den Wettkampftischen zu üben. Die Koor- einander aufgerufen, jedoch mit verschärften Bedingungen:
dination in dieser Phase übernahm jeden Tag Reinhard, der sollte ein Team nicht anwesend sein, wird die Runde mit null
auch für angenehme Musik und fairen Ablauf an den Tischen Punkten gewertet. An jedem Tisch standen Juroren, die für
sorgte. Insgesamt standen zwei vollwertige Wettkampftische den korrekten und fairen Ablauf sorgten. Die Teams hatten
zur Verfügung, jeweils in der linken und rechten hinteren nur beschränkte Zeit, ihre Roboter auf dem Spielfeld richtig
Ecke des Exnersaals. Außerhalb wurde ein zusätzlicher Tisch zu platzieren und vorzubereiten, für Zeitverzögerungen besaß
aufgebaut, der frei zum Ausprobieren zur Verfügung stand. jedes Team eine sogenannte Timeout-Card, die dem Team
Bei jedem Aufruf wurde die Aufmerksamkeit mittels Gong- einmalig zusätzliche fünf Minuten gab. Nach kurzer Vorberei-
Geräusch auf den vorne befindlichen Infoscreen gelenkt, der tungszeit ging es auch schon los: Jetzt geht es darum, alleine
an dieser Stelle den Namen und die Nummer des nächsten am Tisch so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Für viele
Teams gezeigt hat. Wenn der nächste Wettkampftisch frei Teams begannen die Seeding Rounds schleppend – 0 Punkte
wurde, hatte das Team 5 Minuten Übungszeit, bevor sie den in der ersten Runde. Doch sie gaben nicht auf, verbesserten
Tisch wieder verlassen mussten. ihre Roboter in den Zwischenzeiten stetig, um noch wertvolle
Der Weg der teilnehmenden Teams Punkte zu holen. Während Gottfried Herr über das Mikro war
und Runden kommentierte, Ergebnisse bekannt gab und das
Während diesen Open Practice Tables wurden einige
Publikum animierte, übernahm Christoph die Koordination
Teams zu einem speziellen Gespräch mit einer fachkundigen

der Runden und sorgte für motivierende Musik. Die Atmo-



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technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

ELMAYER
Anmeldung schon im
Mai, Juni, September
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Herbsttanzkursen

Jugendtanzkurse Einschreibungen täglich


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technologe
213. Folge Die Schule der Technik

sphäre hatte sich deutlich verändert: Zwar war es sehr heiß Gottfried die Moderation und Christoph die Koordination und



aufgrund der geschlossenen Jalousien (für faire Lichtbedin- Musik. Nach etwas Zeit der Vorbereitung erklang schon der
gungen), doch die entstandene Stimmung konnte damit ohne Gong und die erste Paarung wurde aufgerufen. Mit diesem
Probleme mithalten. Sieger der Seeding Rounds war Team Moment war das Botball-Feuer bei den Teams und Zuschau-
Puzzles von der HTL Wiener Neustadt mit großartigen 232,5 ern entfacht – ständige Stauung bei den Wettkampftischen
Punkten, gefolgt vom Team HTL Donaustadt und A MazeIng. und zahlreiche Anfeuerungsrufe folgten. Schon bald zeigte
Das amerikanische Team Desert Robotics konnte ihrer Fa- sich, dass sich die Favoriten absetzten, aber auch andere
voritenrolle nicht gerecht werden und belegte den neunten Teams überraschten. So musste Desert Robotics frühzeitig
Platz. Bestes Team aus dem TGM war Wall-E aus der 2AHIT eine Niederlage hinnehmen, machten es aber danach besser
auf Platz vier. und kämpften sich bis zu einem der vier Finalplätze vor. Eine
Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es sofort mit Überraschung war das Team Robowarriors aus dem TGM, die
den geplanten Vorträgen weiter. Den Anfang machte Chri- ihre Taktik aus den weniger erfolgreichen Seeding Rounds
stoph Strasser, Gewinner des RAAM (Race Across America) völlig umstellte und sich ebenfalls einen Finalplatz mit einer
2011, dem längsten Radrennen der Welt, dessen Vortrag Niederlage sichern konnte. Puzzles und HTL Donaustadt, die
größtenteils aus Berichten und Motivationsreden bestand. Erst- und Zweitplatzierten aus den Seeding Rounds konnten
Der Vortrag hat aber vermutlich Wirkung gezeigt, denn die sich ohne eine einzige Niederlage für die Finalrunden quali-
Motivation der Teams war bis zum Schluss in hohem Maß fizieren.
vorhanden. Der zweite Vortrag war eine Participant Speech Den Aufschwung von den Double Elimination Rounds
einer TGM-Schülergruppe, die ihr aktuelles Diplomprojekt konnte noch das nächste Event nutzen, die Disbotics Open
„[Link]“ vorstellte. Das Projekt besteht aus einer GPS- Finals. Da nur ein Team den Wettbewerb bestritt, durfte es
basierten Steuerung des [Link] von Parrot mit Hinder- zweimal hintereinander antreten, wobei der bessere Versuch
niserkennung in Echtzeit. Den Vortrag krönte noch eine zählte. Doch das Pech hat sie nicht verlassen – sie schafften
Life-Vorführung der Drone. Die abschließenden zwei span- die Aufgabe leider nicht erfolgreich.
nenden Vorträge handelten von Objekterkennung für Roboter Den Tag rundeten wieder ein paar hochkarätige Vorträge
im Heimbereich und wurden von Dr. Markus Vincze von der ab. Den Beginn machte eine Participant Speech von dem
Technischen Universität Wien und Dr. Jim Little, Professor an im Wettkampf führenden Team Puzzles. Sie entwickeln eine
der University of British Columbia, gehalten. objektorientierte Programmierumgebung für Roboter, die den

Team Dessert Robotics aus den USA – Team Roboworriors aus der HEL vom TGM –
Sieger Double Elimination bestes TGM-Team Platz 4

27. April – Dritter Tag Lernprozess unterstützt und die Programmierung im Allge-
Es ist Halbzeit, der dritte Tag beginnt und die Teams meinen einfacher gestalten soll. Sie konnten kritische Fragen
zeigen nicht annähernd Ermüdungserscheinungen. Der Tag geschickt beantworten und machten einen professionellen
startete mit den üblichen Open Practice Tables, in der sich Eindruck. Den nächsten Vortrag hielt Dr. Astrid Weiss von
die Teams diesmal darauf konzentrierten, eine gute Double- der Uni Salzburg über die Roboter-Mensch-Interaktion und
Elimination-Taktik zu entwickeln und zu testen. Doch zuerst im Zuge dessen auftretende Probleme und deren Lösungen.
mussten noch einige Teams ihre On-Site Presentation hinter Ein überaus interessanter und inspirierender Vortrag, der
sich bringen und in der zweiten Breakout Session ihre Paper auch vielversprechende Ausblicke in eine mögliche Zukunft
präsentieren. Augenmerk für diese Breakout Session war mit Robotern gewährte. Den Abschluss machte Dr. Lukas
„Women in Technology“, also die Erfahrungen von Mädchen Silberbauer, Geschäftsführer der Taurob OG, die Roboter zum
in Botball bzw. allgemein in der Technik. Es waren einige sehr Einsatz bei der Feuerwehr entwickelt. Sein Vortrag handelte
amüsante und motivierende Vorträge mit interessanten An- von den zehn bedeutendsten Aspekten und Erfahrungen in
sichten wie beispielsweise Verhaltensunterschiede zwischen der Roboterentwicklung. Ein sehr praxisnaher Vortrag, der die
weiblichen und männlichen Teammitgliedern. üblichen Stolpersteine aufzeigte, verpasste vielen Zuhörern
Eliminationsrunden ein leichtes Déjà-vu-Erlebnis.
Nun ist Zeit für die Double Elimination Rounds des Bot- 28. April – Letzter Tag
ball Tournament gekommen. Die Paarungen wurden anhand Der vierte und entscheidende Tag der Konferenz ­be­ginnt.
der Ergebnisse der Seeding Rounds bestimmt, wobei ein Die Open Practice Tables laufen wie üblich ab, wobei
Team, das zwei Duelle verloren hat, ausgeschieden war. aber vermehrt Anfragen auf zusätzliche Übungszeit gestellt
Für das Finale waren vier Plätze frei. Wie üblich übernahm wurden – vermutlich von nervösen Teams. Für die aus den
Double Elimination Rounds ausgeschiedenen Teams wurden

8
technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

On Top of the TGM


und mit dem Match Desert Robotics gegen Puzzles wurde
sogenannte Alliance Matches ausgetragen, bei denen jeweils

deren Gegner bestimmt. Wieder gewinnt das Team aus Ame-


zwei Teams auf dem Tisch so viele Punkte wie möglich er- rika mit ihrer ausgeklügelten Taktik, einen Roboter direkt in
gattern sollten. Gottfried ist es zwischenzeitlich gelungen, die gegnerische Basis zu schicken, um dort die gegnerischen
den Schlüssel des TGM-Dachs aufzutreiben. Kurz vor der Roboter zu blockieren und mit dem zweiten Roboter in aller
Mittagspause rief er die Teams dazu auf, ihre Arbeit kurz nie- Ruhe Punkte über das Sammeln von Algen zu ergattern. Im
derzulegen und für ein gemeinsames Fotoshooting mit nach Wesentlichen war die Taktik ähnlich der ihrer Finalgegner
oben zu kommen inklusive großartiger Aussicht über Wien, HTL Donaustadt. In der Finalrunde hatte HTL Donaustadt je-
was auf große Begeisterung stieß. Gesagt – getan, und nach doch Probleme, auf die andere Seite zu kommen, und Desert
einigen Gruppenfotos und Videos wurde mit dem Mittagessen Robotics gewann. Somit hatten sowohl Desert Robotics als
fortgesetzt. auch HTL Donaustadt jeweils eine Niederlage zu verbuchen.
Anschließend gab Gottfried jedem Team noch einen Aus diesem Grund wurde noch ein Match ausgetragen, das
Übungsdurchlauf, um die verlorene Übungszeit durch den dann den Double-Elimination-Sieger bestimmte. Der Aufruf
Dachbesuch nachzuholen. Was danach folgte, stand nicht im zum letzten Duell brachte die Stimmung noch einmal auf
Ablauf – Gottfried hielt einen Vortrag über die Entstehungs­ einen Höhepunkt – innerhalb kürzester Zeit war der Wett-
geschichte der ECER und beleuchtete dabei die Rolle der kampftisch von Zuschauen umgeben. Gleich zu Beginn der
Menschen, die mit ihm diesen Weg gegangen sind und ihn Runde wurde es spannend – schafft es der Roboter von HTL
dabei unterstützt haben. Gemeinschaftlich bedankten sie sich Donaustadt dieses Mal auf die andere Seite und kann er wert-
bei KIPR für die großartige Unterstützung zur Durchführung volle Punkte der Gegner verhindern? Doch leider ist er dieses
der ECER. Der Zeitpunkt direkt vor den letzten Wettkampf- Mal wieder stecken geblieben, und die Runde und der Sieg
runden war gut gewählt, denn der Vortrag hatte auch einen gingen an Desert Robotics. Die Erfahrung des Teams hat sich
anfeuernden und motivierenden Effekt auf die Zuhörer. letztendlich durchgesetzt – Congratulations!
The Final Countdown Nach kurzem Durchlüften des Exnersaals folgten schon
Mit etwas Verspätung ist nun der heißersehnte Zeitpunkt die abschließenden Vorträge. Die Participant Speech Disas-
gekommen. Die letzten Wettkampfrunden starten, und die sembly Robotics, präsentiert vom Disbotics Team, machte
Sieger der Konferenz werden ermittelt. Bei üblicher Konstella- den Anfang. Sie zeigten ihren wissensbasierten Ansatz zur Lö-
tion am Mikro, Ablauf und Musik wurde die Menge ein letztes sung der Aufgabe und die Erfahrungen, die sie dabei gesam-
Mal angeheizt und schon wurden die ersten Teams aufge­ melt haben. Den Abschluss machte Linda Reynolds aus den
rufen. Zuerst wurden die meisten der Alliance Matches aus- USA mit einem Vortrag über Robotik in der Ausbildung und
getragen, wobei jedes Team drei Versuche hatte, und gegen philosophischen Fragen in Robotik-Anwendungen. Richtungs-
Ende wurden dann die Finalrunden dazwischen eingebracht. weisende Ansichten und amüsante Fragestellungen haben
Die Alliance-Runden starteten gleich mit zwei großartigen diese Rede zu einem guten Konferenz-Abschluss gemacht.
Ergebnissen von jeweils über 300 Punkten, was zeigte, dass Direkt im Anschluss fand die Siegerehrung statt, das letzte
die Teams trotz der Niederlage am vergangenen Tag sehr en­ Event der Konferenz. Den Beginn machten TU-Vizerektorin
gagiert an die Sache gegangen sind. Das konnte nur noch Anna Steiger und Steve Goodgame, die jeweils noch einige
das Team A MazeIng und Paedagogika toppen: Sie schafften anregende Worte an die Teilnehmer richteten. Dann begann
zusammen großartige 460 Punkte und sicherten sich somit auch schon die Preisverleihung für Seeding und Double Eli-
den Sieg in den Alliance-Runden. mination Rounds und den Gesamtsieg, der bis zum Schluss
In den ersten Finalrunden siegte Desert Robotics über geheim gehalten wurden, um die Spannung aufrecht zu er-

Robowarriors und HTL Donaustadt über Puzzles. HTL Wiener halten. Das Rennen machte das Team Puzzles von HTL Wie-
Neustadt hat sich somit für die letzte Finalrunde qualifiziert
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technologe
213. Folge Die Schule der Technik

Siegerteams aus der Alliance – Overall Winner Team Puzzles (HTL Wr. Neustadt) mit Support:
Team A MazeIng aus der HTL Wr. Neustadt (links) Vize-Rektorin der TU Wien, Mag. Anna Steiger
(Foto: Matthias Heisler, WIT-Projekt TU Wien) (Foto: Matthias Heisler, WIT-Projekt TU Wien)

ner Neustadt, gefolgt von HTL Donaustadt und A MazeIng. einem patriotischen Touch abgeschlossen. Im Anschluss

Summa summarum hat jedes Team zumindest einen Preis wurde noch in angenehmer Atmosphäre geplaudert, Kon-
für einen Aspekt ihrer Arbeit, der besonders herausgestochen taktdaten ausgetauscht und über eine mögliche ECER 2013
ist, erhalten. spekuliert. Die Vorfreude darauf dürfte aber auf jeden Fall
Mit diversen Dankesreden und der österreichischen und schon jetzt vorhanden sein.
amerikanischen Nationalhymne wurde die Konferenz mit Christoph Krofitsch

Hauptversammlung des Technologenverbands 2012


Der Technologenverband stellt sich neu auf, auch um entwickelt werden. Klare Verantwortlichkeiten, Freude am
die Erkenntnisse aus dem Zukunftsprozess „[Link] Gestalten und offener Austausch mit allen TGM-affinen
Future“ zügig umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit und Gruppen werden den neuen Vorstand prägen.
unter allen Stakeholdern im Regelkreis TGM-Kuratorium- Besonderer und herzlichster Dank für ihren großartigen
Technologenverband soll mit der neuen Struktur von Res- Einsatz für den Technologenverband ergeht an alle bishe-
sorts im Vorstandsbereich schlagkräftig und professionell rigen Vorstandsmitglieder.

Präsident: Delegiertes Mitglied des Lehrkörpers:


Direktor Ing. Mag. Hartmut MÜLLER Prof. Mag. Claudia WEBER folgt
1. Vizepräsident: MMag. Victoria PUCHHAMMER-NEUMAYER nach
Ing. Mag. Dr. Walter HANUS Kooptierte Mitglieder:
folgt RA Dr. Reinhard SCHÖLL nach AV Dipl.-Ing. Thomas DEININGER
2. Vizepräsident: AV Dipl.-Ing. Helmut ELMECKER
Ing. Michaela ROTH-GION AV Mag. Dr. Gerhard KLETSCHKA
Schriftführer: AV Dipl.-Ing. Margarete KUGLER
VL Ing. Georg ANGERER FOL StR Dipl.-Päd. Paul LUTONSKY
folgt Ing. Friedrich Mennerstorfer nach AV MMag. Victoria PUCHHAMMER-NEUMAYER
Stellvertreter: MAS, MSc
VL Ing. Danijel JOVANOVIC AV Reg.-Rat Dipl.-Ing. Herbert SCHRANZ
folgt Ing. Manfred GERIK nach AV Dipl.-Ing. Dr. Bernhard WESS
1. Kassier: Kassenrevisoren (gemäß § 9 der Statuten):
Ing. Karl JANSCH – Sponsoring 1. Kassenrevisor: Komm.-Rat Ing. Mag. Johann WALLY
folgt DI Robert Hauß nach
2. Kassenrevisor: Ing. Mag. Friedrich TROFEIT
2. Kassier:
Schiedsgericht (gemäß § 10 der Statuten):
Linus KOHL folgt Ing. Klaus DANZINGER nach
o. Univ.-Prof. Ing. Dkfm. Dr. Geiserich TICHY
Vorstandsmitglieder: RA Dr. Reinhard SCHÖLL
Prof. OStR Ing. Mag. Bernd MAYR –
AV i. R. Dipl.-Ing. Reinhold HAAS
Interne Kommunikation; Chefredakteur
Ing. Mag. Franz NOLL – Organisation und EDV Generalsekretär:
Ing. Michael SCHOBER FOL StR. Ing. Norbert PAY
Leiter des TGM: Ehrenpräsident:
HR Dipl.-Ing. Karl REISCHER o. Univ.-Prof. Ing. Dkfm. Dr. Geiserich TICHY

10
technologe
Die Schule der Technik
Gottfried Koppensteiner 2 / 2012

Kurzes Portrait über einen jungen Unermüdlichen


Im Zuge des Projekts haben die Jungforscher bei den
Ich schreibe gerne über begeisternde Ideen und natürlich Olympischen Jungforscher-Spielen IYIPO in Georgien (27. bis
schreibe ich gerne über die Personen hinter diesen Ideen. 29. April 2012) teilgenommen und haben dort Gold geholt
Dieses Mal hat es den Kollegen „Gotti“ Koppensteiner ([Link]
erwischt, denn die ECER-Konferenz hat mich wirklich begei- Mittels eines neuen Forschungsprojekts an der TU Wien
stert. So viel spürbare, ja in der Luft greifbare Begeisterung (GENIBOTIK – gendergerechte Entwicklung naturwissen-
habe ich schon länger nicht gefühlt, eigentlich auch gesehen schaftlich-technischen Interesses mittels Robotik) will Koll.
– sozusagen Jugend, Technik, Engagement, heiße Köpfe, rote Koppensteiner über Outreach-Aktivitäten in Bildungseinrich-
Ohren, Schule: also Ausbildung mit allen Sinnen. tungen investieren, so dass Kinder vom Kindergarten bis zur
Und dahinter ein Mastermind: eben der Kollege! HTL mit Robotik in Berührung kommen können.
Was mich dann interessierte, war, ob dies ein einmaliges Ein interessanter Ansatz, der wahrscheinlich auch dem
Ereignis oder gar der Beginn einer großen Reihe sein wird. TGM zugute kommen wird.
Bingo: Im nächsten Jahr folgt die Fortsetzung. Für alle, Den Schlusssatz lasse ich Koll. Koppensteiner selbst
die dieses Mal keine Gelegenheit hatten, sich selbst ein Bild schreiben (ich habe ihn aus einem seiner Briefe zur Sponso-
davon zu machen, die Synopsis des Gebotenen: rensuche herauskopiert).
Die IEEE European Conference on Educational Robotics „Take-Away-Message meinerseits ist: Ich bin sehr interes-
2012 bestand aus drei Teilen: einem Roboterwettbewerb, siert und gewillt, Jugendlichen und Kindern mittels Robotik
Vorträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Spaß am Lernen zu geben, und würde dies am liebsten mit
über ihre Forschungen sowie wissenschaftlich orientierten dem TGM als führende, innovative Bildungseinrichtung um-
Vorträgen von Schülerinnen und Schülern (ca. 90 aktive Teil- setzen.
nehmerinnen und Teilnehmer aus 7 Schulen).
Alles was ich bisher gemacht habe, hat auf diese Ziele
Basierend auf dem BOTBALL-Programm aus den USA hingearbeitet. Über Unterstützung jeglicher Art würde ich
haben Schülerinnen (besonders viele Mädchen) und Schüler mich sehr freuen. Ich bin offen für alle Ideen.“
Roboter für einen nicht destruktiven Bewerb entwickelt und
in vier Tagen an einer wissenschaftlichen Konferenz samt [Link]@[Link]
Wettbewerb teilgenommen.
Links: [Link] [Link] und
[Link]
Flyer_NoFire.pdf 1 29.11.2011 [Link]

disassembly-robotics/

e. p ro
oFi r
.N
www
Kurse und Seminare nach den Richtlinien der TRVB O117
Grundausbildung
Modul 1: Brandschutzwart
Modul 2: Brandschutzbeauftragter
Modul 3: Brandschutzgruppe

Erweiterte Ausbildung
Brandmeldeanlage
Sprinkler- bzw. EAL-Anlagen
C

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen


CM

MY

Gaslöschanlagen
CY

CMY

Fortbildung (Nutzungsbezogene Seminare)


für Betriebe mit besonderen Gefährdungen
Gotti hat bereits mit der Planung für nächstes
Jahr begonnen. Räumungsübungen, praktische Löschübungen

Finanziert wurde dies zum Teil durch das Forschungspro- Brandschutzpläne, Fluchtwegspläne
jekt DISBOTICS, das Koll. Koppensteiner als Projektleiter an
der TU Wien in Kooperation mit Schülern des TGM durch- Brandschutzmanagement
führt (Link siehe oben … sparklingscience ...). Dabei geht es
um die Entwicklung einer verteilten intelligenten Steuerungs-
struktur, die es mobilen Robotern erlaubt, völlig autonom Zertifizierungslehrgänge
und in Kooperation mit anderen mobilen Robotern Bausätze
aus LEGO-Duplo zu zerlegen. Die Idee ist die autonome Dis­ NoFire Brandschutz GmbH, office@[Link]
assemblierung von Bauteilen zur Rohstoff-Rückgewinnung, 1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21, Tel: +43 1 545 33 14
basierend auf mobilen Robotern.

11
technologe
213. Folge Inside the Team Die Schule der Technik

durfte nur eine kurze Dauer am Spieltisch zu zweit testen,


danach kam ein anderes Team an die Reihe. Darauf kamen
Wie haben wir uns auf den Wettkampf die Wettkämpfe und Vorträge, die wir mit viel Aufmerksam-
­vorbereitet? keit und Interesse verfolgten. Am ersten Tag mussten wir viel
Schon im Jänner begann alles mit einem Robotik-Work- Misserfolg einstecken, da sehr viele unserer Pläne nicht so
shop, der die Funktionsweise und Spielabläufe erklärte. verlaufen sind, wie sie hätten sollen.
Nach diesem bekamen wir von Dip.-Ing. Johannes Hof- Doch die Misserfolge aller anderen Teams machten uns
mann jede Woche zwischen drei und fünf seiner Unterrichts- wieder Mut, und wir starteten mit viel Energie und Willens-
stunden Zeit, um die von der Schule zur Verfügung gestellten kraft in den zweiten Tag. Das Kennenlernen und Austauschen
LEGO- und Metallteile zu einem funktionstüchtigen Roboter mit den anderen 17 Teams war für uns eine schöne Erfah-
zusammen zu bauen. rung. Nicht nur auf Facebook hat man sich mit allen leicht
Als wir LEGO hörten, wurden wir ganz nostalgisch und vernetzen können, auch jetzt, wenn man sich in der Schule
erinnerten uns an unsere Kindheit, in der wir die meiste Zeit über den Weg läuft, werden Hände geschüttelt und Informa-
mit diesem „Spielzeug“ verbrachten. Doch was viele nicht tionen ausgetauscht.
wissen, ist, dass dieses LEGO TECHNIC auch an der TU Wien
eingesetzt wird, da es schnell und einfach zusammengesteckt
und aufgebaut werden kann.
Schon am Anfang war klar, wer welche Aufgabe im Team
übernehmen sollte. Einer war für die Protokolle, einer für
das Programmieren und zwei für die Konstruktion zuständig,
doch dann schlussendlich bei der ECER12 fungierten alle
Teammitglieder als Programmierer, da noch viele Änderungen
vorgenommen werden mussten.
Wir liebten es, mit den LEGO-Bauteilen Konstruktionen
zu designen, und dachten, dass wir nicht lange mit den Ro-
botern bräuchten, doch nach nicht allzu langer Zeit stellten
wir fest, dass das „einfache“ Zusammenstecken doch nicht
so gut funktionierte. Meistens waren die Konstruktionen sehr
instabil oder Zahnräder passten nicht ineinander. Man muss
sich ziemlich lange und intensiv mit dem Bauen beschäftigen,
um den „Dreh“ heraus zu haben.
Manchmal gab es unter den Kollegen kleine Meinungsver-
schiedenheiten, die aber sehr hilfreich waren, denn dadurch
kam jeder mit besseren und geschickteren Ideen, um eine Die Community, die Dipl.-Ing.(FH) Mag. Gottfried Koppen-
Lösung zu finden. So wurde dann ein Kompromiss gefunden steiner hier in Österreich aufgebaut hat, ist unglaublich. Mit
und die bestmöglichste Konstruktionsänderung vorgenom- soviel Stärke und Energie sich so für ein Projekt zu engagie-
men. Auch schon während der Vorbereitungszeit gab es ren, hat mich persönlich sehr berührt.
kurze Verzweiflungsphasen, die durch wiederholte Fehlver- Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich einige Erfahrungen
suche hervorgerufen wurden. Meist betraf dies aber nur ein gesammelt habe, nicht nur das Programmieren und Entwi-
einzelnes Teammitglied, das dann von den anderen sozialen ckeln von Robotern, sondern auch eine ganz wichtige andere
Teamkollegen wieder aufgeheitert wurde. soziale Eigenschaft: Kommunikation.
In den Tagen kurz vor der ECER12 hatten wir ziemlich Allen, die auch von sich behaupten wollen, so etwas er-
viel Stress und nahmen uns zwei volle Tage Zeit, um unsere lebt zu haben, empfehle ich sehr, nächstes Jahr an der ECER
Roboter am Game Table auszuprobieren und die Strategien teilzunehmen.
zu verbessern. Valentin Pritz-Schmelzer
(4BHETR)
Stress während der ECER12? Links: [Link]
Vier Tage von 8:00 bis 18:30 nur Stress! Nein – es war
auch viel Freude, Spaß und Informationsaustausch dabei.
Jeden Tag hatten wir vier Stunden Zeit, unsere Roboter – nun
offiziell – auf den Tischen auszuprobieren, doch jedes Team

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12
technologe
Die Schule der Technik
Festo unterstützt TGM Wien 2 / 2012

Moderne Technik
für modernen Technikunterricht
Moderne Technik im Unterricht kann die Qualität heben, denn sie bietet engagierten
Lehrerinnen und Lehrern viele Möglichkeiten, Jugendliche auch medial zu begeistern.
FESTO ist bereits seit langer Zeit professionell im Schulungsbereich tätig und
weiß um die Bedeutung moderner Ausbildungsgestaltung.
Dank der Unterstützung durch Festo Didactic wurde die Ausrüstung zweier Lehrsäle
mit Smart-Boards möglich – in Zeiten knapper Budgets ein Innovationsschub
für das TGM.

Von links nach rechts: Von links nach rechts:


Justh, Seitl, Chetouani, Keiner, Studnitzka Justh, Studnitzka, Reischer, Keiner, Deininger

Tradition ist gut, Innovation macht sie noch besser – un- TGM und Festo werden weiterhin intensiv zusammenarbeiten,
ter diesem Motto unterstützt der Automatisierungsspezialist wenn es darum geht, die österreichische Jugend schon früh in
Festo ([Link]) die für ihre Ausbildung und Tradition ihrer Schulausbildung für Technik zu begeistern.
bekannte Höhere Technische Lehranstalt TGM in Wien (www. Das erfolgreiche Volksschulprojekt Leonardino (www.
[Link]). Festo stattete zwei Lehrsäle mit neuen Multime- [Link]) wird heuer erstmals von „Air-Checkern“-
dia-Tafeln aus. Bei der feierlichen Übergabe Mitte Mai konn- SchülerInnen des TGM – begleitet. Die Air-Checker entlasten
ten sich Ing. Wolfgang Keiner (N71b), Geschäftsführer Festo die Volksschullehrerinnen beim Experimentierunterricht und
Österreich, und Ing. Hermann Studnitzka (E74), Leitung dienen den VolksschülerInnen als Vorbild, indem sie ihre ei-
Festo Didactic, von den Möglichkeiten der neuen Lehrbehelfe gene Freude an der Technik an die Kids weitergeben. „Diese
überzeugen, die von Prof. Martin Justh im Unterrichtseinsatz erfolgreiche Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut“, darin
überzeugend vorgeführt wurden. sind sich Ing. Wolfgang Keiner und der TGM-
Einer der nun aufgerüsteten Säle dient für den Theorie­ Direktor, HR DI Karl Reischer, einig, denn
unterricht in der Abteilung Elektrotechnik, während der an- die Unterstützung durch die Wirtschaft ist
dere im Werkstättenbereich für die Vermittlung von Automati- heute ein wichtiger Faktor für ein modernes
sierungsinhalten herangezogen wird. Der Technologenverband berufsbildendes Schulwesen.
– die Absolventenorganisation des TGM – freut sich, diese
o
Initiative von Festo unterstützend begleitet zu haben. Das

13
technologe
213. Folge Die standardisierte Reife- und Die Schule der Technik

Diplomprüfung für die BHS (Teil 2)


Das Konzept der neuen schriftlichen Reifeprüfung in Deutsch

lisch und Deutsch schriftlich wählen, müssen aber im jeweils


Warum eine gemeinsame schriftliche anderen Fach mündlich antreten, was bedeutet, dass künftig
Reifeprüfung für AHS und BHS in Deutsch? auf Sprachkompetenz der AbsolventInnen deutlich mehr Wert
Die neue Reifeprüfung in Österreich ist ein Resultat eines gelegt wird. Die mündlichen Prüfungen werden formal zwar
internationalen Trends, der auf landesweite und letztlich in- vereinheitlicht, inhaltlich aber nicht zentral vorgegeben, d. h.
ternationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse zielt. Die Matura die PrüferInnen erstellen wie bisher die Aufgabenstellungen
hat, im Gegensatz zu manchen anderen Ländern, bei uns von für ihre KandidatInnen.
jeher eine doppelte Funktion: Einerseits ist sie der Nachweis Was verändert sich durch die Zentralisierung
eines bestimmten Niveaus an Allgemeinbildung und beruf-
licher Ausbildung (bei BHS), andererseits auch der Nachweis der Klausur in Deutsch?
der Universitätsreife. Sie ermöglicht bis auf einige wenige Die zentralisierte und kompetenzorientierte Aufgabenstel-
Ausnahmen den uneingeschränkten Zugang zu einem Univer- lung für die Klausur ist wohl der Kernpunkt der Reform. Die

sitätsstudium. Als wichtige Konsequenz dieser Ausgangssitu- Kompetenzorientierung soll sicherstellen, dass es einen Maß-
ation ergibt sich, dass bei der Zentralisierung der Matura bei stab gibt, mit dem man genauer als bisher festlegen kann,
Schlüsselqualifikationen wie Schreibkompetenz ein gleiches welche Ziele man im Unterricht erreichen will. Kompetenzen
Niveau von AbsolventInnen der Allgemeinbildenden und der sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die SchülerInnen
Berufsbildenden Schulen sichergestellt werden soll. erworben haben sollen.
Bei der neuen schriftlichen Reifeprüfung Deutsch werden
Das Gesamtkonzept Lesekompetenzen und Schreibkompetenzen überprüft.
der Reife- und Diplomprüfung BHS Das vorgesehene Format sieht folgendermaßen aus
Man muss, gerade um das Konzept der Deutsch-Matura o 3 Themenpakete zur freien Auswahl für alle Kandida-
besser verstehen zu können, das Gesamtkonzept der Reife- tInnen der AHS und BHS.
und Diplomprüfung für die BHS kennen. Es geht wie bisher o Jedes Paket besteht aus 2 Aufgabenstellungen, die
von einer dreiteiligen Architektur aus, bestehend aus Diplom- beide erfüllt werden müssen.
arbeit, schriftlichen Klausuren und mündlichen Prüfungen. o Jede Aufgabenstellung enthält eine Textgrundlage.
Die KandidatInnen können zwischen 3 bzw. 4 Klausuren und o Die KandidatInnen haben einen klaren Schreibauftrag,
3 bzw. 2 mündlichen Prüfungen wählen. der eine von 9 möglichen Textsorten verlangt.
Die Klausur in der Unterrichtssprache, in den meisten o Eines der Themenpakete muss eine literarische Aufga-
Fällen Deutsch, ist für alle BHS Sparten verpflichtend, außer be sein.
für die HTL, hier können die KandidatInnen zwischen Eng- o Die 5-stündige Klausur findet an einem gemeinsamen
Termin für alle Schultypen statt.

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technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

o Die Beurteilung wird von der betreuenden Lehrkraft



nach einem vorgegebenen Beurteilungsraster vorge- ganzen Team evaluiert, sondern auch von SchülerInnen ge-
nommen, der vier Dimensionen unterscheidet, nämlich testet.
Inhalt, Textstruktur, Stil und Sprachrichtigkeit. Die Beurteilung dürfte für die SchülerInnen transparenter
o Bei negativer Beurteilung wird auf Wunsch der Kan- und insofern fairer werden. Die Breite der Aufgabenstellungen
didatInnen eine sogenannte Kompensationsprüfung wird zunehmen, Textsorten wie z. B. Offener Brief, Kommen-
mit erneut zentral vorgegebenen Aufgabenstellungen tar oder Rede werden neben der klassischen Erörterung ihren
durchgeführt. Platz finden und letztlich wird auf Lesekompetenz ungleich
Die Themen und Aufgabenstellungen werden von Exper- mehr Wert gelegt.
tInnen des BIFIE unter wissenschaftlicher Begleitung erstellt Eine weitere vermutete Konsequenz: In gewissem Sinne
und durch Testungen an SchülerInnen vorweg approbiert. wird sich die Beziehung zwischen Lehrkräften und Schüle-
Im Schuljahr 2014/15 ist die flächendeckende Umset- rInnen verändern. Die Lehrkräfte werden tendenziell Coaches,
zung dieses Konzepts für die BHS vorgesehen, davor werden die den KandidatInnen helfen, sich optimal auf die Prüfung
aber an diversen Versuchsschulen Probeläufe durchgeführt. vorzubereiten.
Es wäre allerdings blauäugig zu erwarten, dass eine
Welche Chancen, welche Risiken Maßnahme wie die Zentralisierung der Reifeprüfung nur Vor-
liegen in diesem neuen Konzept? teile hätte. Die KlassenlehrerInnen können nun nicht mehr
Jede Neuerung und Veränderung im System bringt zu- punktgenau auf die speziellen Fähigkeiten der SchülerInnen
nächst einmal große Unruhe und Verunsicherung. Die zeitlich ihrer Klasse eingehen, die Gefahr des „teaching to the test“
engen Vorgaben für die Umsetzung überdecken oftmals das ist durchaus gegeben. Außerdem sind bestimmte Aufgaben-
Bedürfnis nach gründlicher Information und Diskussion, da- stellungen bei der Matura nicht mehr möglich, wie z. B. Werk-
her sind systematische LehrerInnenfortbildung und größtmög- besprechungen bei literarischen Themen, weil es keinen ver-
liche Transparenz unerlässlich. bindlichen Kanon von Werken gibt. Anderseits entspricht das
Dabei sollen aber die Chancen, die uns das neue System neue Format besser der Grundidee, nicht angelerntes Wissen
bietet, nicht übersehen werden: zu reproduzieren, sondern gelernte Fähigkeiten anzuwenden.
Die Prüfungsaufgaben werden nicht besser sein als die Der Schlüssel für den Erfolg der neuen Reifeprüfung liegt
Aufgaben, die etliche Lehrkräfte jetzt schon stellen. Aber sie allerdings gar nicht bei der Arbeitsgruppe Deutsch, sondern
werden nun zum Standard für alle SchülerInnen. Die Aufga- bei den Lehrkräften selbst – bei ihrem Enthusiasmus, sich für
ben werden, bevor sie als Maturathemen gegeben werden, ihre SchülerInnen einzusetzen und sie – wie bisher – optimal
auf ihre Qualität und ihre Machbarkeit nicht nur von einem für die Reifeprüfung vorzubereiten.
Gabriele Steiner

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technologe
213. Folge I am [Link] – Jahreszeiten Die Schule der Technik

auch die Erkenntnis, die wir bei unserer Informationsoffensive


Nebelschwaden hängen in den Weinbergen. Sie packen gewinnen, dass es keinen revolutionären Frühling geben wird.
die Reben in Watte und machen es sich zwischen den Eine Massenbewegung, ist nicht zu erwarten. Jetzt noch
schnurgeraden Zeilen bequem, als wollten sie für immer nicht.
bleiben. Der Spätherbst hat einen feuchten Atem und viele Das leichte Zittern der Grashalme links und rechts des
bekommen ihn zu spüren, flüchten vor ihm bis ins Kranken- Wegs mag von einem Windstoß kommen, oder von unserem
bett, und selbst dort jagt er ihnen noch kalte Schauer über flotten Schritt – nicht jedoch durch eine Stampede, die uns
den Rücken. von hinten zu überrollen droht.
Unsere Reihen sind dezimiert. Oder falsch – wir wären Es sind nur Vereinzelte, die sich vorsichtig nähern, nach
froh, hätte es nur jeden Zehnten getroffen. Aber bei uns ist unserem Weg fragen, uns begleiten wollen oder zumindest
eher 3 der Divisor. Rund zwei Drittel sind es, die im nasskal- unser Vorankommen wohlwollend beobachten. Aber das ist
ten Weinviertel näher zusammen rücken, um die Reihen zu schon etwas.
schließen. Es geht um viel und es ist viel zu tun. Und doch Zumindest hilft es uns über die schwierige Strecke, denn
scheint das Wetter auch denen aufs Gemüt zu drücken, die irgendwie ist im Februar wieder mehr Energie da. Mehr Kraft
sich eingefunden haben. und die Gewissheit, bis an ein Ende zu kommen, für das sich
Die Szenarien, die wir entwerfen, untermalen wir mit der Weg gelohnt hat.
bunten Bildern, auch die Ideen sind kreativ und müssen sich Und überhaupt, ist es nicht fast am Wichtigsten, dass sich
hinter keinem grauen Schleier verstecken. Wir springen ja etwas bewegt?
gedanklich fünfzehn Jahre in die Zukunft – da nimmt man es Unsere Gedanken bewegen wir in die Zukunft und unsere
mit den Jahreszeiten nicht so genau und kann leicht in einem Körper zu gemeinsamen Treffpunkten. Und irgendetwas in
sonnig warmen Tag landen. unserem Umfeld bewegen wir auch, da bin ich mir sicher –
Und doch begleitet uns etwas, schwebt etwas mit uns und wenn dieses Etwas nur so unscheinbar wirkt, wie Gras-
mit und zwischen uns herum. Ungreifbar. Unsicherheit? Die halme am Wegesrand.
Ungewissheit? Und jetzt ist überraschend der Sommer schon im Früh-
Vor fast einem Jahr haben wir uns kennen gelernt, uns ling angekommen. Und auch ich bin überrascht. Überrascht
aufgemacht mit viel Begeisterung im Gepäck. Den Wind und davon, dass wir irgendwie über das Ende stolpern. Sind wir
die Sonne im Rücken waren die ersten Schritte kräftig und schon da? Wir sind da!
weitgreifend. Über die Hälfte des geplanten Weges haben Wir können es kaum glauben. Und wie es bei einer schö-
wir bereits zurückgelegt. Wir befinden uns also auf einem nen Reise in netter Begleitung ist – am Ziel will man nicht,
schwierigen Streckenabschnitt. Die Beine sind manchmal dass sie zu Ende ist. Es gibt auch keine Unsicherheiten mehr.
schwer und das Ziel ist noch nicht in Sicht. Wir blicken uns Wir im Team sind uns einig. Wir glauben an das Ergebnis.
um und sind unsicher – sind wir alleine unterwegs, oder Selbst die radikalen Ideen, denen wir uns zuerst nur vorsich-
gehen andere mit uns? Wir könnten Gesellschaft vertragen, tig genähert haben, als könnten sie uns beißen, vertreten wir
und wenn auch nur für ein Stück des Weges. Was, wenn es mittlerweile überzeugt und stark.
dunkel wird und wir haben unser Ziel noch nicht erreicht? Wir sind nur wenige? Dafür sind wir lauter!
Und stimmt unser Plan überhaupt, liegt das Ziel wirklich am Und es zeichnet sich schon ab – keiner will loslassen. Kei-
Ende dieses Weges? Oder werden wir zwar die vorgesehene ner will sich von dem Kind trennen, auch wenn es erwachsen
Strecke gewandert sein, ohne anzukommen? und selbständig geworden ist.
Das war im Spätherbst. Wir werden es wohl alle noch ein gutes Stück begleiten,
Das war letztes Jahr. um sicher zu stellen, dass es auch wirklich alleine zurecht-
Das neue Jahr aber bringt neue Energie. Der weihnacht- kommt, dass es auch überall Gehör findet. Und wir werden
liche Frühling wird durch frostigen Winter im Februar unter- wohl jedem – egal, ob er es hören will – erzählen, wie toll es
brochen, und die Pause hat uns gut getan. Vielleicht hilft uns geworden ist.
Franz Noll

Aus dem Schulgeschehen ...

Schüler-Lehrer-Staffelmarathon
Zum bereits vierten Mal nahmen aus Schülern und
Lehrern gebildete Teams am Staffelbewerb des Vienna City
Marathon teil.
Wie schon in den letzten Jahren beeindruckten Teams
aus der HTL Hallein mit sehr guten Zeiten und stellten neben
dem siegreichen Team (2:51) auch jene auf den Rängen drei,
fünf und acht.
AV DI Thomas Deiniger und sein Team belegten als bestes
Team des TGM mit einer Zeit von 3:18 Stunden den vierten
Rang in unserer Wertung von 52 Teams aus zehn Schulen.
Am 14. April 2013 laufen hoffentlich wieder viele Schüler
und Lehrer unter dem Motto:
„Gemeinsam ins Ziel.“ o

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technologe
RZ_Inserat_180x256 1/2012_Layout 1 24.05.12 10:38 Seite 1
Die Schule der Technik 2 / 2012

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technologe
213. Folge Die Schule der Technik

„Töchterpower“ am TGM
Bereits zum 3. Mal öffnete am 26. April 2012 das TGM helfenden Händen. Entsprechend wurde er von den Besuche-
Tür und Tor und lud zum Wiener Töchtertag ein. Zirka 20 rinnen mit „Sehr gut“ beurteilt.
Mädchen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren nutzten an Hinterfragt man in den Klassen, warum sich einige Schü-
diesem Tag die Gelegenheit, neue Perspektiven in der Berufs- lerinnen für das TGM entschieden haben, so erfährt man,
welt zu erlangen. In unterschiedlichen Workshops konnten dass der Töchtertag dafür ausschlaggebend war.

unsere Besucherinnen handwerkliches Geschick unter Beweis Derartige Veranstaltungen haben großen Einfluss auf den
stellen, PCs zusammenbauen, im Chemielabor experimentie- Berufswahlprozess und sind häufig wichtige Wegweiser zum
ren und kreativ mit Kunststoffen gestalten. Thema Lebensplanung und Berufsentscheidung junger Mäd-
Beim gemeinsamen Businessfrühstück, gesponsert von chen.
der Bäckerei Ströck, fand reger Informationsaustausch zwi- An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön der Firma
schen unseren Gästen und unseren Schülerinnen und Schü- Ströck für die großzügige Unterstützung, den Schülerinnen
lern statt. und Schülern der 2AHWE und 3BHWE für die hervorragende
„Steil nach oben“ ging es in der Mittagspause, wo dank Planung und Durchführung des Töchtertages und allen Kol-
des herrlichen Frühlingswetters am Dach des TGM „gechillt“ leginnen und Kollegen, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,
werden konnte. die immer wieder mit großem Selbstverständnis „Part of the
Dieser Tag erforderte auch diesmal wieder sehr viel Enga- Project“ sind.
gement und Vorleistung von vielen beteiligten Personen und Gabriele Pauliny
Koordinatorin Töchtertag

18
technologe
Die Schule der Technik
Die TGM-Werkstätten 2 / 2012

unterstützen die Kinderkrebshilfe!


Da es am TGM in der Kollegenschaft und auch bei den
Schülerinnen und Schülern immer wieder Fälle von Krebs­
erkrankungen gibt, ist es für uns selbstverständlich, dass wir
dort helfen, wo wir können!
Die Schülerinnen und Schüler der höheren Abteilung für
Kunststofftechnik fertigten gemeinsam mit den dafür verant-
wortlichen Lehrern Uwe Dröszler und Christian Neustifter
im fachpraktischen Unterricht mehr als 70 unterschiedliche
Spendenboxen für die Kinderkrebshilfe.
Die Materialkosten für PMMA-Platten, -Rohre und Kleb-
stoffsysteme im Wert von insgesamt € 650,– wurden aus
Spendengeldern von Lehrerinnen und Lehrern des fachprak-
tischen Unterrichts der Werkstätten finanziert.
Herzlichen Dank sprechen wir auch an dieser Stelle der
Firma T.K. für den großzügigen Sonderrabatt aus. Schüle-
rinnen und Schüler der 2., 3. und 4. Jahrgänge bauten in
mehr als 300 Personenstunden mit viel Enthusiasmus und
Freude an den Boxen, die dem guten Zweck dienlich sind.
Am 9. März 2012 wurden diese feierlich an die Obfrau Es liegt nun an Ihnen, diese transparent-gelben Boxen, die
der Elterninitiative der Kinderkrebshilfe, Frau Karin Benedik, sie an den Kassen von Supermärkten finden werden, durch
übergeben. In Vertretung für alle, die beim Bau mitgearbeitet Ihre Spende zu füllen.
haben, waren Manuela Inhauser, Niklas Stadler und Patrick Als betroffener Vater möchte ich allen danken, die mich
Warrick mit Direktor Hofrat Dipl.-Ing. Karl Reischer bei der bei diesem Projekt unterstützt haben.
Elterninitiative zu Besuch. Christian Dröszler, ein ALL-Patient Herzlichen Dank!
und Sohn eines unterrichtenden Lehrers half ebenso bei der
Übergabe mit. Uwe Dröszler

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technologe
213. Folge Technisch-kulturelle Exkursion der Die Schule der Technik

3BHWIL und 4BHWIL nach Prag


Anschließend besuchten wir den Teynhof, das kubistische
Im Zuge einer technisch-kulturellen Exkursion besuchten Haus zur Schwarzen Mutter Gottes, und gingen zum Pulver-
die Schüler der 3BHWIL und der 4BHWIL vom 12. bis zum turm, wo unser Programm endete.
17. März 2012 Prag. Den Dienstag verbrachten wir im jüdischen Viertel. Dort
Startpunkt dieser Reise war der Busbahnhof in Erdberg, besichtigten wir alle Synagogen, die zum jüdischen Museum
wo wir uns am Montag, dem 12. März 2012 um 7:30 Uhr gehören und statteten natürlich auch dem alten jüdischen
mit unseren Begleitlehrern, Frau Prof. Staindel, Frau Prof. Friedhof, der übrigens zu den zehn beliebtesten Sehenswür-
Planinger und Herrn Prof. Angerer trafen. digkeiten weltweit zählt, einen Besuch ab. An dieser Stelle
erfuhren wir, was bei jüdischen Bestattungen und Friedhöfen
zu beachten ist. Besonders interessant war für die meisten
die Spanische Synagoge, in der viele Dokumente über die
Rassengesetze und die dadurch entstandenen Benachteili-
gungen der Juden zu sehen sind.
Nach einer Mittagspause besuchten wir noch die Bet­
lehemskapelle, Die hussitische Nikolauskirche in der Altstadt,
die Teynkirche und das Agneskloster, in dem sich viele Kunst-
werke aus der Gotik und der Renaissance befinden. Einige
wenige waren noch motiviert genug, um sich die Burganlage
bei Nacht anzusehen.
Am Mittwoch besuchten wir dann alle gemeinsam den
Hradschin. Nachdem wir etwas über die Geschichte dieser
bedeutenden Burg, deren Gesamtfläche übrigens ebenso groß
wie etwa sieben Fußballfelder ist, erfahren hatten, besichtig­
ten wir die Bilder in der Galerie und den St.-Veits-Dom.

Teynkirche

Nachdem wir um 12 Uhr Prag erreicht und anschließend


unser Hotel bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg
zum Wenzelsplatz. Dort begann nach einer kurzen Mittags-
pause auch schon unsere Besichtigungstour. Nach allgemei-
nen Erläuterungen über die Gebäude des Altstädter Rings
beobachteten wir die Rathausuhr, deren faszinierendes Spiel
zu jeder vollen Stunde viele Touristen begeistert

Blick auf die Burg

Nach der Großen Wachablöse, die jeden Tag um 12 Uhr


vor dem Matthias-Tor, also dem Haupteingang, stattfindet,
besichtigten wir den Königspalast, wo uns der Wladislav-
Saal und die Reitertreppe besonders beeindruckten. An die-
ser Stelle erfuhren wir auch etwas über den Prager Fenster­-
sturz.
Nach einer kurzen Mittagspause besichtigten wir noch
die romanische Basilika, die dem hl. Georg geweiht ist, und
das Goldene Gässchen. Als wir am Ende angelangt waren,
sperrten schon die ersten Geschäfte zu, und wir machten uns
müde und ausgefroren auf den Heimweg.

Alter jüdischer Friedhof

Sie waren beim Technologentreffen und suchen Fotos zum Herunterladen?

[Link]  Events

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technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

Danach erklommen wir den Petrin, und einige von uns


waren sogar fit genug, den Turm, der dem Eifelturm nach-
empfunden ist, zu erklimmen. Von hier aus bot sich eine
beeindruckende Aussicht. Nach einer Mittagspause fand die
Besichtigung des Loretto-Heiligtums statt. Hier sahen wir un-
ter anderem ein Haus, das dem, in welchem Maria gewohnt
haben soll, nachempfunden ist.
Auf dem Rückweg war noch ein Besuch der Halbinsel
Kampa geplant, aber da wir alle schon sehr müde waren,
ließen wir diesen Programmpunkt aus. Den krönenden Ab-
schluss des Besichtigungsprogrammes in Prag stellte der
Altstädter Rathausturm dar.
Nach diesem langen und anstrengenden Tag wurden wir
in unsere wohlverdiente Freizeit entlassen, die wir nutzten,
um Souvenirs zu kaufen.
Am Samstag, dem letzten Tag unserer Reise, statteten wir
Theresienstadt einen Besuch ab. Zuerst hatten wir eine sehr
aufschlussreiche Führung durch das Kleine Lager, das einst-
mals ein Polizeigefängnis war. Hier erschreckten uns beson-
Karlsbrücke ders die beengten und schlechten sanitären Verhältnisse, un-
ter denen vor allem Juden leben mussten. Weiters besuchten
Am Donnerstag besichtigten wir erneut eine Festung. Es wir das Ghettomuseum und den Friedhof in der Großen Fes­

handelte sich um Vysehrad, die schon im 10. Jahrhundert tung, in der zeitweise über 50.000 Menschen gelebt hatten,
von den Premyslidenherrschern gegründet wurde und damit von denen viele nach Auschwitz deportiert wurden.
fast so alt wie die ersten Gebäude des Hradschin ist. Dort Nun war das Ende unserer Reise gekommen, und wir
waren vor allem die gotische St.-Peter-und-Paul-Kirche mit machten uns wieder auf den Weg nach Erdberg, wo unsere
ihren beeindruckenden Glasfenstern und der Friedhof, auf Reise am Montag begonnen hatte.
dem sich die Gräber von Smetana, Antonin Dvorak und Jan Schülerinnen und Schüler
Neruda befinden, für uns interessant. Weiters sahen wir,
4BHWIL
leider nur von außen, die St.-Martins-Rotunde und die St.-
Laurentius-Basilika.
Anschließend besuchten wir den neuen jüdischen Fried-
hof, der seit dem Jahre 1891 benutzt wird. Hier interessierte
uns vor allem Kafkas Grab und wir stellten fest, wie sehr sich
Wir vertreten die Interessen
die Grabsteine dem Geschmack der Zeit anpassen. Endlich der Kunststoffverarbeiter
wurde es sonnig, und so nutzten wir die Gunst der Stunde
und erklommen nach der Besichtigung und Besprechung der VEREINIGUNG ÖSTERREICHISCHER
Figuren der Karlsbrücke den Altstädter Brückenturm. KUNSTSTOFFVERARBEITER
Am Freitag überschritten wir bei strahlendem Sonnen-
schein wieder die Karlsbrücke und gingen zur katholischen
Nikolauskirche auf der Kleinseite. In dieser barocken Kirche Vertretung der Interessen in Fachausschüssen,
Fachverbänden, Gremien und Innungen
erfuhren wir einiges über Fresken und konnten den Blick auf
ein besonders schönes Exemplar dieser Gattung von der Em- Fachvorträge, Seminare, Exkursio- Aktive Förderung des Ausbildungs-
pore aus genießen. nen zur Information über die neue- wesens zur Sicherung eines qualita-
sten Entwicklungen und Tendenzen tiv hochwertigen Nachwuchses an
Anschließend stand die Kirche Marie vom Siege auf dem auf dem Kunststoffgebiet Kunststofftechnikern
Programm. Hier sahen wir das Prager Jesukind und besichti-
gten verschiedene Kleider, von denen eines sogar von Maria
Theresia persönlich genäht worden war.

Unterstützung des Nachwuchses Hebung des Qualitätsniveaus und


durch den „VÖK-Stipendienfonds" Sicherung des Rufes der österreichi-
schen Kunststofferzeugnisse

Berufliches und gesellschaftliches Zentrum


der österreichischen Kunststoffwirtschaft
Kunststoffportal im Internet unter [Link]

VEREINIGUNG ÖSTERREICHISCHER KUNSTSTOFFVERARBEITER


1010 Wien, Eschenbachgasse 11, Telefon: 01/587 36 33-21 DW, Fax: 01/587 01 92
E-Mail: zotter@[Link], Homepage: [Link]

Präsidium: Präsident: Ing. Leopold Katzmayer


Vizepräsidenten: Robert Augmüller, Dir. Dr. Michael Pöcksteiner,
KommR Mag. Rainer Sedelmayer

Vorstand: KommR Gerhard Brunnthaler, Walter Dresel, Uwe Dröszler, Prof. DI Helmut Elmecker,
[Link]. DI Dr. Walter Friesenbichler, Ing. Ernst Jakel, DI Dr. Dietmar Loidl,
Ing. Peter Röhrig, Mag. Kerstin Sochor, Ing. Martin Traxler

Beirat: Ehrenpräsident und Vorsitzender: Senator h.c. Prof. KommR Dr. Ernst Pöcksteiner

Sekretariat: Theresia Zotter

Loretto Heiligtum

21
technologe
213. Folge Eine kurze Reise Die Schule der Technik

in der Kunststoffwelt
Voller Erwartung wurden wir dort um 13 Uhr mit einem
Am 15. Mai 2012 unternahmen wir, die dritten Jahrgän- leckeren Schnitzelsemmel-Buffet empfangen. Anschließend
ge der Abteilung Werkstoffingenieurwesen, eine Exkursion bekamen wir eine interessante Präsentation, die über die
in den Raum Linz zur Besichtigung von zwei weltweit agie- Arbeit in der Kunststoffindustrie handelte und uns einen Ein-
renden Kunststoffunternehmen. Begleitet wurden wir von blick in die Projekte der Firma AGRU gab.
Abteilungsvorstand DI Helmut Elmecker und Prof. Dr. Thomas Schließlich folgte darauf eine Führung durch das gesamte
Kratochvilla. Werksgelände. Darunter entpuppten sich die Qualitätsprü-
In Linz angekommen besichtigten wir als erstes das For­- fungs-Labore und Rohrextrusionsanlagen (auch für Rohr-
schungs- und Entwicklungszentrum der Firma Borealis. außendurchmesser bis über 2 m) als besonders interessant
Zuerst wurden uns die Sicherheitsrichtlinien näherge- (Bild 2).
bracht und anschließend bekamen wir eine Schutzjacke und
eine Schutzbrille, um die diversen Labors des Unternehmens
besichtigen zu dürfen. Im Unternehmen sahen wir alles aus
der Welt der Werkstoffforschung und Entwicklung. Dies be-
gann von Laborpolymerisationsanlagen über die Kunststoff-
verarbeitung bis hin zur Prüftechnik. All dies dient nur dem
Zweck, die Polyolefine (Polyethylen und Polypropylen) stets
weiter und kundenspezifisch zu entwickeln (Bild 1).

Bild 2: Schüler um und in extrudierten Rohren


der Firma AGRU mit bis zu 2 m Außendurchmesser

Weiters gab es noch die Folienbahn- und Plattenextrusion


zu betrachten sowie die großen Waren-Hochlager der Firma.
Nachdem die Firma AGRU in Bad Hall mehrere Werke hat,
waren wir den ganzen Nachmittag zu Fuß unterwegs, um alle
Anlagen besichtigen zu können.
Bild 1: Die Gruppe im Forschungsheadquarter
der Borealis Polyolefine GmbH in Linz Firmendaten der AGRU Kunststofftechnik GmbH:
o Gründung 1948 unter Alois Gruber
Die Eckdaten der Firma BOREALIS Polyolefine GmbH o Sitz in Bad Hall, Österreich
kann man wie folgt kurz zusammenfassen: o 600 Mitarbeiter bei 226 Mio. € Jahresumsatz
o Gründung 1939 als Stickstoff-Ostmark AG o Vertriebspartner in über 80 Ländern
o Hauptsitz im Chemiepark Linz o verarbeitet 81.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr
o 1.100 Mitarbeiter bei 507 Mio. € Jahresumsatz Um 16 Uhr machten wir uns dann auf den Heimweg
(2010) und ließen den Tag mit neu gewonnen Eindrücken bei einer
o 4 weitere Standorte weltweit gemütlichen Busfahrt ausklingen.
Als nächstes Ziel stand die Firma AGRU Kunststofftechnik Christoph Bruckner, Roman Staudigl
GmbH in Bad Hall auf unserer Liste. (3AHWE)

SPORTFEST 1879 – 1979

CD des Sportfests anlässlich


100 Jahre TGM (1979) 100 Jahre
Technologisches Gewerbem

im Verbandsbüro erhältlich.
Bestellung per E-Mail.
Preis: E 15,– inkl. Versand. 1879 – 1979
100 Jahre
Technologisches Gewerbemuseum SPORTFES

22
technologe
Die Schule der Technik
Exner lebt! 2 / 2012

Es war einmal, da trug ein Bahnmeistersohn seiner


Majestät dem Kaiser den Wunsch vor, man möge doch von
allerhöchster Stelle eine in der ganzen Monarchie führende
Technikschule für die Jugend seiner Völker zu gründen un-
terstützen.
Denn bei den in dieser Sache führenden Franzosen, wie
die Weltausstellung in Paris wieder gezeigt habe, hätte sich
so ein Modell schon vorzüglich bewährt.
Eine Art k.u.k. Parallelaktion wäre von Nöten, polytech-
nisch ausgerichtet und ein Museum der neuesten technischen
Erfindungen gleich dazu.
„Na freilich, es ist nicht alles schlecht, was neu ist“, wird
er gesagt haben, „Geh’ er und mach’ er das, Exner!“
Und es geschah, dass Wilhelm Exner eine Schule gründe-
te, die er Museum nannte, und die seine Majestät der Kaiser
die Gnade hatte, mit seinem Wohlwollen und seinem Besuch
zu beehren. Es hat ihn sehr gefreut.
Ja, so war das damals.
Wie einer kurzen Notiz in der aktuellen Ausgabe der „Mit-
teilungen des Zentralfriedhofes“ zu entnehmen ist, wurde im
Zuge einer Routine-Inspektion festgestellt, dass Exners Ehren- Zum an sich lobenswerten Leitbild enthielt die Denkschrift
grab in Gruppe 14C verwaist ist: die kleine, überraschende Anmerkung, „ob es nicht anzuraten
Wilhelm Exner ist abgängig! sey, die Zukunft vor die Tradition zu stellen“.
Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen ist mir außerdem Bei allem förderungswürdigen Interesse an der Technik-
zu Ohren gekommen, dass dem Kuratorium des TGM eine Geschichte wäre doch ein Missverständnis des Museum-
Denkschrift zugegangen sein soll. Elementes ein „Verrat am Geiste der Gründer“.
Das nährt einen Verdacht. Denn ein geheimer Rat würde Ähnlich etwas besorgt der Kommentar zur „Schule der
zu ihm passen. Technik“. Ja schon, aber nicht nur der Technik. Das Gewerbe
Soll jeder selber urteilen. in „allen mannigfachen Arten“, Industrie und Wissenschaft,
Ich skizziere und zitiere einige Stellen, die mir zugänglich auch in Verbindung mit den bildenden Künsten (Design –
geworden sind und die die Richtung der Initiative ahnen sehr modern gedacht!) sei umfassend in der Bildung zu be-
lassen. rücksichtigen, auch für Erwachsene.
Zunächst sei es höchst erfreulich, dass neben der Boku, Lange schon sei es ein „Anliegen, den Stand der Inge­
dem Technische Museum und dem TÜV auch das TGM „fort- nieure bekannter und populärer zu machen“, auf dass er nicht
während bestehe“, sogar als stattliche „grand école“ sozusa- das sprichwörtliche Kamel sei, auf dem der Ökonom reite.
gen, und einen guten Ruf besitze. Schließlich sei es betrüblich, dass der Einzugsbereich
Charmant sei, dass noch immer eine Lokomotive vor dem „kaum bis Gänserndorf“ (!) reiche, wo doch die internationa-
Haus stehe, doch augenscheinlich sei der Fortschritt auf le, vor allem jedenfalls europäische Ausrichtung an vorderster
anderen Gebieten wie dem Auto- und dem „Aeromobil“ auch Stelle im Denken gestanden habe.
recht groß. © 2012 by Alfred Fuchs

[Link]

Wir gratulieren
VL Ing. Andreas Dvorak, BSc (E 90)
und Mag. Eva Dvorak (KETN 05) 65 Jahre Austria Gütezeichen
zur Geburt
FTEÜBE
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Nur jene Produkte und Dienstleistungen, die die strengen Anforderungen der jeweiligen
Güterichtlinie erfüllen und dies durch ständige Güteüberwachung von unabhängigen,
ihres Sohnes Jacob staatlich anerkannten Prüfstellen nachweisen, dürfen die Austria Gütezeichen führen.
am 12. Mai 2012
ÖQA
Österreichische Arbeitsgemeinschaft
zur Förderung der Qualität
Die ÖQA Zertifizierungs-GmbH ist ein Tochterunternehmen
Gonzagagasse 1/27, 1010 Wien, Austria der ÖQA – Österreichische Arbeitsgemeinschaft zur
Tel.: (+43 1) 535 37 48, E-Mail: oeqa@[Link] Förderung der Qualität und vom BMWFJ akkreditiert.

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23
technologe
2011/2012
2011/2012
213. Folge DIPLOMPROJEKTE 2011/2012
DIPLOMPROJEKTE 2011/2012 DIPLOMPROJEKTE
DIPLOMPROJEKTE Die Schule der Technik

Der technologe präsentiert auf diesen Seiten jeweils zwei bis drei
interessante Diplomprojekte des Jahrgangs 2011/2012, bis der nächste
Jahrgang seine technische Leistungsfähigkeit mit gelungenen Diplomarbeiten
unter Beweis gestellt hat. Wir wollen so die Vielfalt und Innovationskraft
in den Diplomprojekten unserer Jungtechnologen aufzeigen.

Ein Diplomprojekt aus der Abteilung INFORMATIONSTECHNOLOGIE


e-cliptic Advanced
Projektmitglieder:
Aleks Trujic, Marcel Kilic,
Daniela Pawelak, Urszula, Styrczula (IT12)

e-cliptic Advanced ist eine intuitiv bedienbare, multime-


diale Edutainment-Applikation, welche das Sonnensystem,
seine wichtigsten Gestirne sowie die Raumsonde New
Horizons thematisiert. Außerdem stellt die Applikation ein
dreidimensionales Modell des Sonnensystems mit einer 3D-

Animation einer Raumsonde

Benutzer eine interaktive Spielwiese zur Entdeckung der


Astro­n omie geboten, welche in dieser Form noch nicht
existiert.
e-cliptic Advanced soll das Interesse – insbesondere jun-
Startbild auf der Website ger Menschen – an Astronomie und unserem Sonnensystem
wecken.
Navigation im Webbrowser zur Verfügung. Dadurch kann Da das Projekt eine Website und ein iBook für das iPad
der Benutzer seinen Standort wechseln bzw. eine Reise im enthält, umfassen die hier abgebildeten Bilder lediglich einen
Sonnensystem vornehmen. kleinen Ausschnitt des Projekts. Für Fragen oder mehr Infor-
e-cliptic Advanced hebt sich durch sein Zusammenspiel mationen stehen wir gerne zur Verfügung.
von verschiedenen Audio- und Videokomponenten klar von her­- Marcel Kilic
kömmlichen Internetpräsenzen ab. Durch die Verwendung
neuer Technologien, ist e-cliptic Advanced auch auf dem
Apple iPad in Form eines iBooks verfügbar. Hier wird dem

iBook-Seiten für ein Apple iPad

24
technologe
2011/2012 DIPLOMPROJEKTE
2011/2012 DIPLOMPROJEKTE 2011/2012
Die Schule der Technik
2011/2012 DIPLOMPROJEKTE
DIPLOMPROJEKTE
2 / 2012

Ein Diplomprojekt aus der Abteilung ELEKTROTECHNIK


Windsackkraftwerk
Projektmitglieder:
Daniel Erbert, Daniel Mayer, Wendelin Zitko (ET12Y)
Betreuer: Prof. DI Erwin Wagner
Industriepartner: Fa. Mischtechnik Hoffman und ­Partner
Es soll ein kleines Windsackkraftwerk berechnet, konstru­
iert und gebaut werden, das nicht genehmigungspflichtig ist
(Querschnitt unter 2 m2). Mit einem Windkonzentrator soll
aber eine Erhöhung der Energieausbeute erzielt werden. Die
Steuerung und Regelung erfolgt über einen Mikrokontroller,
der den Stellmotor des Leitrades über die Sensordaten Druck-
differenz und Windgeschwindigkeiten ansteuert.
Das eigentliche Kraftwerk wird als Rohrturbine ausge-
führt, die neben dem Laufrad noch über ein Leitrad verfügt, Teilnahme am Klimaschutzpreis
wodurch zu jeder Zeit die optimale Anströmung gegeben ist. von Jugend-innovativ-Halbfinale erreicht
Durch die speziell angepasste Form des Windsacks wird eine
Verdoppelung der Windgeschwindigkeit innerhalb der Turbine In diesem Bild kann man den Windsackprototyp sehen.
erreicht. Der Generator ist mit etwa 800W klein und wird Der Wind gelangt von rechts nach links durch den Windsack
zunächst im Inselbetrieb betrieben. und sorgt dafür, dass sich dieser aufbläst. Dafür sind 8 Kam-
Versuche des Modells eines Windsacks zeigten die Rich- mern zuständig. Der Windsack hat eine Länge von drei Me-
tigkeit des Konzepts. Der Windsack wird aus Fallschirmstoff tern, eine Windeinlassöffnung von einem Meter Durchmesser
genäht, wie auch das Modell. Bei Windstärken ab 5 m/s hatte und eine Windauslassöffnung von zweieinhalb Metern Durch-
er sich voll aufgeblasen und die beabsichtigte konische Form messer. Das Innenleben, welches man aus dieser Perspektive
gut angenommen. Testversuche im Windkanal haben gezeigt, nicht sehen kann, besteht aus einem Turbinengehäuse, in
dass die Strömungsgeschwindigkeit im Windsack tatsächlich welchem die Rotorflügel, die Leitblätter, der Generator und
doppelt so groß ist. das Getriebe eingebaut sind. o

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25
technologe
213. Folge Werkstätte Erneuerbare Energien Die Schule der Technik

ansteuern oder Niveaumessungen mit Ultraschallsensoren


Wir danken dem Technologenverband für die tatkräftige und Pumpen realisieren. Außerdem sind Übungen mit einem
Unterstützung der Ausbildung im Werkstättenunterricht am Photovoltaikmodul wie auch eine Temperaturmessung mit
TGM. Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln konnten Kom- Pt100 und Heizung oder Kühlventilator möglich.
ponenten zum Thema Steuerungs- und Automatisierungs- Eine weitere Anwendung bietet die Möglichkeit, Meldun-
technik angeschafft werden. gen oder Störungen über SMS am Handy zu erhalten und

Es wurden 4 Übungsplätze mit speicherprogrammierbaren umgekehrt vom Handy über SMS Verbraucher ein- bzw. aus-
Steuerungen errichtet, um praxisnah Anwendungen aus der schalten zu können.
Industrie unseren Schülern vermitteln zu können. Dank des Technologenverbandes kann das TGM einmal
Ein wesentlicher Bestandteil sind praxisübliche Geräte wie mehr beweisen, dass durch den Unterricht mit zeitgemäßen
z. B. Sensoren und Aktoren. Die Schüler erstellen je nach An- Unterrichtsmitteln unsere Schüler und Schülerinnen optimal
forderung mit freigrogrammierbaren Steuerungen Programme auf die Industrie vorbereitet werden.
und können dann Motoren über Frequenzumrichter und SPS Willi Stoll (Werkstätte EE)

4AHMIM und 4CHMIZ begegnen Technologien


zu Mobilität und Nahrungsmitteln
Technische Exkursion nach Leoben am 19. April 2012

„2 Millionen Motoren und Getriebe, 25.000 LKW und Von der Entwicklung über die Fertigung von Bauteilen in
200.000 PKW werden jährlich österreichweit produziert. verschiedenen Verfahren bis hin zum Zusammenbau und den
Auch die dafür notwendigen Ideen stammen zu einem Groß- fertigen Produkten gab es eindrucksvolle Visualisierungen und
teil aus den gut 600 Unternehmen mit 175.000 Mitarbeitern Schaustücke. Doch ein Zahnrad aus Bio-Kunststoff, „das sehr
der österreichischen Automobil- und Automobilzulieferindu- schwere Belastungen aushält, probiert mal …“, war dann für
strie“, war eine der vielen beeindruckenden Statements der Maschinenbauer-Hände doch zu zart besaitet.
Ausstellung „Moderne Fertigungstechnologie – am Beispiel Sehr eindrucksvoll war der kleine (30 x 30 cm) Prototyper,
Automobil“, die die Universität Leoben im April in der Kunst- der als Projekt eines Studenten die Zahnräder live fertigte,
halle Leoben dargeboten hat. sowie die Rohkarosserie eines PKW, die fast zur Gänze aus
Alu besteht und somit nur ein Drittel des Gewichts herkömm-
licher Fahrzeuge aufweist.
Die Firma Fronius in Wels entwickelte das nötige CMT-
Verfahren, bei dem das Aluminium mit Stahl verbunden wird
([Link] à Schweißtechnik). Und natürlich
ein Highlight war ein Gurtschlitten, mit dem ein Frontalcrash
bei 10 km/h simuliert wurde.
Anschließend fand noch eine Führung in der 1860 im Ge­
bäude eines ehemaligen Klosters von Max Kober gegründeten
Brauerei in Göss statt. Der Betrieb gehört zur Brauunion
und steht damit in Besitz des Brauereikonzerns Heineken.
In einem beeindruckenden 3D-Film erfuhren wir alles über
die Herstellung von Bier, wobei die Werbeabsicht schwer zu
übersehen war. Den Spruch unserer Führerin „Das beste Bier
ist Freibier“ durften wir aber nur in Maßen ausprobieren.
Dipl.-Ing. Andreas Weber erklärt Schweißtechnik 4CHMIZ und Wolfgang Pehr, Claudia Weber

26
technologe
Versuchsanstalt
Die Schule der Technik

Versuchsanstalt
Versuchsanstalt 2 / 2012

FACHBEREICHE:
Akustik und Bauphysik
Baustoffe und Silikattechnik
Elektrotechnik und Elektronik
Heizung und Lüftung
Kunststoff- und Umwelttechnik HR Prof. Ing.
Maschinenwesen Mathias M. Stani

Fachbereich: Akustik und Bauphysik

Marktüberwachung – Ein Beispiel


aus der Praxis an einem Trittschalldämmstoff
Mathias M. Stani, Brigitte Klinggraber und Herbert Müllner

den Abmessungen 1000 mm x 500 mm, verteilt auf Öster­


Durch die Verordnung (EG) Nr. 765/2008 ist ab reich, beschafft und in die Versuchs­anstalt gebracht.
2010 für alle Bauprodukte mit CE-Kennzeich­nungs­- Die Pakete waren mit den folgenden Bezeichnungs­
pflicht eine Marktüberwachung gefordert. schlüsseln gemäß der Produktnorm ÖNORM EN 13163
In Österreich ist die Umsetzung noch in Vorberei­tung. (Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmä­ßig hergestellte
Voraussichtlich wird es zwei Vorgehens­weisen Produkte aus expandiertem Polysty­rol (EPS) – Spezifikation:
geben, einerseits die aktive Marktüberwa­chung in Ausgabe 2009-03-01) ge­kennzeichnet (Hervorhebung der
Form der nicht anlass­bezogenen direk­ten Kontrolle Angabe SD15 bzw. SD50 durch den Autor).
der Bauprodukte und deren CE-Kennzeichnung
durch Probennahme am Markt und andererseits Hersteller­ EPS-EN 13163-L1-W1-T3-S1-P4-DS(N)5-
die passive Marktüberwachung, die anlassbezogen werk 1 BS50-SD15-CP3
abgewickelt werden wird. Nachstehend wird eine EPS-EN 13163-T3-L1-W1-S1-P4-BS50
„anlassbezogene“ Kontrolle der Eigenschaft Hersteller­
DS(N)5-SD50-CP3
„Dynamische Steifigkeit“ von Trittschalldämm­platten werk 2
zusätzlich angegeben SD ≤ 20 MN/m3
aus EPS durch die Versuchsanstalt TGM im Auftrag
der Wirtschaft dargestellt, die als Referenz für eine Hersteller­ EPS-EN 13163-L1-W1-T3-S1-P4-DS(N)5-
„Marktüberwachung“ angesehen werden kann. werk 3 BS50-SD15-CP3
Der Umfang der Probennahme wurde so gewählt, Hersteller­ EPS-EN 13163-L1-W1-T3-S1-P4-DS(N)5-
dass die Ergebnisse statistisch abgesichert sind. werk 4 BS50-SD50-CP3
Tabelle 1: CE-Kennzeichnung der Proben
Anlassfall, Untersuchungsgegenstand
Unbefriedigende Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt Durchführung der Messungen
für Trittschalldämmstoffe führten dazu, dass eine Interessens- Vorbereitung der Proben
gruppe genauere Kenntnisse über die Eigenschaften von Tritt-
Vor der Messung wurden die Proben gemäß der Pro-
schalldämmplatten aus Kunststoffschäumen erhalten wollte.
duktnorm ÖNORM EN 13163 unter Klimabedin­gungen 23
Insbesondere sollte die dynamische Steifigkeit der Platten
± 2 °C und 50 ± 5 % rel. Luftfeuchte min­destens 14 Tage
unter­sucht werden, da diese die entscheidende Größe für
gelagert. Anschließend wurden 3 Platten der mittleren Dichte
die Eignung als Trittschalldämmplatte unter schwim­menden
entsprechend ausge­wählt und für die Messung auf die erfor-
Estrichen darstellt.
derlichen Abmessungen von 200 mm x 200 mm Kantenlänge
Die Versuchsanstalt TGM, Fachbereich Akustik und Bau-
zugeschnitten.
physik, wurde beauftragt, eine derartige Erhebung durch-
zuführen. Es wurde festgelegt, dass Trittschall­dämmplatten Bestimmung der dynamischen Steifigkeit
aus expandiertem Polystyrol mit der Bezeichnung „EPS-T Die Messung erfolgte mit dem Prüfsystem – DYPS“ gemäß
650“ mit 33/30 mm Nenndicke untersucht werden sollten. ÖNORM EN 29052-1 (Akustik – „Bestimmung der dyna-
Dazu sollten von den vier wichtigsten Anbietern jeweils 15 mischen Steifigkeit, Teil 1: Materialien, die unter schwim-
Pakete zu je 15 Platten auf dem freien Markt, in Baumärkten menden Estrichen in Wohngebäuden verwendet werden“).
und im Baustoffhandel, möglichst örtlich über das Verwen­ Die Proben wurden ohne Vor­belastung auf einer Granitplatte
dungsgebiet dieser Produkte gestreut, angekauft und die angeordnet und mit einer dünnen wasserdichten Folie ab­
dynamische Steifigkeit ermittelt werden. gedeckt, worauf eine dünnflüssige Gipsschicht aufgebracht
In der Zeit vom 21. Oktober 2008 bis 9. Juli 2009 wur- wurde, um die Unebenheiten aus­zugleichen. Vor dem Abbin­

den je Hersteller insgesamt 15 Pakete mit je 15 Platten mit den wurde die Druckplatte aufgelegt, die gesamte Auflast

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[Link]  Reports

27
technologe
213. Folge Die Schule der Technik

In den Abbildungen 2 und 3 sind die Ergebnisse der Ta-


betrug ca. 8 kg. Weiters wurde der Spalt zwischen der Probe

bellen graphisch dargestellt.


und Granitplatte mit Vaseline als Fugen­dichtmasse abge-
kittet.
In der nachstehenden Abbildung ist der Versuchs­aufbau
im Detail dargestellt.

1 Aufliegende Platte 4 Probekörper


2 Gipsschicht 5 Unterlage
3 Folie 6 Vaseline

Abbildung 1:
Prüfaufbau für geschlossen zelliges Material, entnommen Abbildung 2:
aus ÖNORM EN 29052-1: 1993, Bild 1b, Seite 4 Mittelwert der dynamische Steifigkeit
und Vertrauensbereich für CI = 99%
Ergebnisse
In der nachstehenden Tabelle 2a sind die Ergebnisse der
Messungen der dynamischen Steifigkeit, in der Tabelle 2b die
dazugehörige Standardabweichung sowie die untere und die
obere Vertrauensgrenze für ein Konfidenzintervall von 95%
dargestellt.
Dynamische Steifigkeit s’
Herstel- Proben-
(MN/m3)
lerwerk anzahl
Mittelwert
1 15 18,9
2 15 34,6
3 15 36,2
4 15 23,7
Tabelle 2a: Ergebnisse der Messungen,
Mittelwert der dynamische Steifigkeit

95% CI 95% CI Abbildung 3: Boxplot dynamische Steifigkeit


Herstel- Proben- Standard­
untere obere
ler-werk anzahl abweichung Im Rahmen der Untersuchung wurden nach den Vorga-
Grenze Grenze
ben der Norm weitere Daten wie Dicke, Dichte usw. erhoben
1 15 3,84 16,7 20,9 und auch statistisch ausgewertet. Diese Daten enthalten
2 15 8,94 29,7 39,6 wertvolle Hinweise für den Hersteller, falls er eine Änderung
3 15 5,67 33,1 39,3 seines Produktions­ablaufes plant, um günstigere Werte der
4 15 6,60 20,1 27,4 dynami­schen Steifigkeit zu erhalten. Für die gegenständliche
Be­trachtung ist es ausreichend, die dynamische Steifig­keit zu
Tabelle 2b: Ergebnisse der Messungen der dyna­mische betrachten. Da die Ergebnisse, wie gezeigt wurde, statistisch
Steifigkeit, Standardabweichung und Konfiden­zintervall signifikant sind, sind sie als Basis für die Beurteilung, ob die
für CI = 95% CE-Markierung kor­rekt oder nicht korrekt ist, geeignet.
In der Tabelle 2c sind die Vertrauensgrenzen für das Kon-
fidenzintervall 99% dargestellt. Diskussion der Ergebnisse
99% CI 99% CI CE-Kennzeichnung
Herstel- Proben- Standard­
untere obere Form und ergänzende Angaben zur CE-Konformi­täts­kenn­
ler-werk anzahl abweichung
Grenze Grenze zeichnung sind in der Bauproduktenrichtlinie 89/106/EWG
1 15 3,84 15,9 21,8 und den zugehörigen Umsetzungsvor­schriften der österrei-
2 15 8,94 27,8 41,5 chischen Bundesländer festge­legt. Es gelten die landesge-
3 15 5,67 31,8 40,6 setzlichen Bestimmungen jenes Bundeslandes, in dem der
Hersteller seinen Sitz hat.
4 15 6,60 18,7 28,8
Ersichtlich stimmen die in der angebrachten CE-Kenn-
Tabelle 2c: Ergebnisse der Messungen der dynamischen zeichnung der einzelnen Hersteller angeführten Produktkenn-
Steifigkeit, Standardabweichung und Konfidenzintervall werte gut überein, sie unter­scheiden sich im Wesentlichen
für CI = 99% nur in der Angabe der Produkteigenschaft dynamische Stei-

figkeit.

28
technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

Hersteller 2 und 4 geben einen Wert von 50 MN/m3 Weitergehende Informationen sind der Versuchsan­stalt

an, dies ist der maximal zulässige Wert gemäß ÖNORM EN nicht bekannt.
13163:2001. Die Untersuchung zeigte, dass dieser Wert Allerdings sind in der Folge die Hersteller 1 und 3 an die
durch die Produkte unterschritten bzw. eingehalten wird. Versuchsanstalt herangetreten. Es wurde die Bitte geäußert,
Allerdings ist der zusätzliche Hinweis „SD ≤ 20 MN/m3“ auf Muster für Kontrollmessungen zu erhalten, dieser Bitte wurde
der Verpackung inner­halb der CE-Markierung des Herstellers entsprochen. Außerdem berichteten die Hersteller von Ände-
2 nicht zu­lässig, sie steht auch im Widerspruch zum Inhalt rungen im Pro­duktionsprozess und stellten Messergebnisse
der CE-Markierung. an diesen neuen Produkten in Aussicht.
Die CE-Markierung der Hersteller 1 und 3 ist nicht kor- Ergebnisse von Kontrollmessungen
rekt, weil der Wert der angegebenen Produktei­genschaft durch die Hersteller
SD15, entsprechend s’ ≤ 15 MN/m3, durch die ermittelte
Die Hersteller übermittelten Messergebnisse an den zur
dynamische Steifigkeit teilweise weit über­schritten wird.
Verfügung gestellten Mustern und übergaben die Muster
Hersteller 1 weist die günstig niedrigsten Werte der dyna-
wieder der Versuchsanstalt. Die Messergebnisse, teilweise
mischen Steifigkeit auf, aber auch er über­schreitet den nach
aus den Firmenlabors, teilweise von externen Labors, wiesen
der CE-Kennzeichnung zu erwarten­den Wert von 15 MN/
günstigere Werte als die ursprünglichen Messergebnisse auf.
m3 deutlich mit einem Mittelwert von s’ = 18,9 MN/m3 um
Kontrollmessungen in der Versuchsanstalt an den zurück
26%. Da gemäß ÖNORM EN 13163 kein Prüfergebnis den
gesandten identischen Proben zeigten mit der ursprünglichen
Grenzwert über­schreiten darf, der höchste Messwert der 15
Messserie nahezu identische Messergebnisse. Allerdings wur-
Mes­sungen lag bei 29,9 MN/m3, ist die CE-Kennzeichnung
den die Proben durch die wiederholten Messungen, Handling
jedenfalls nicht korrekt.
und Trans­port in Mitleidenschaft gezogen.
Für den Hersteller 3 gelten die vorgenannten Um­stände in
Um den Grund für die Abweichung der Messergeb­nisse
noch stärker ausgeprägter Form.
zu finden, wurden informelle Gespräche mit Messtechnikern
der betroffenen Labors geführt. Da­bei war hin und wieder
Reaktion der Hersteller zu hören, dass die Messun­gen üblicherweise ohne Gipsaus-
Der Auftraggeber der Untersuchung hat die Hersteller mit gleichsschicht und Abschluss der Bodenfuge mit Vaseline
den Ergebnissen der Expertise konfrontiert und Abhilfemaß- durchgeführt werden. Als Grund wurde angegeben, dass die-
ses Procedere zu umständlich und zu aufwändig sei, außer-



nahmen gefordert.

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29
technologe
213. Folge Die Schule der Technik

halten werden, wenn die Bedingungen der Prüfnorm auch


dem man aus Erfahrung wisse, dass das fast keinen Einfluss eingehalten werden.

auf das Messergebnis habe. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen


Um die Auswirkung dieses vereinfachten Probenein­baues
Die vorliegende Untersuchung zeigt den Wert einer Markt­-
zu erfassen, wurde eine weitere Messserie in der Versuchsan-
überwachung in der Praxis. Durch den Einbau von nicht kor­-
stalt durchgeführt.
rekt CE-gekennzeichneten Materia­lien können hohe volks-
Weiterführende Messungen wirtschaftliche Schäden ent­stehen. Im gegenständlichen
An neuen, vom Hersteller 1 übersandten modifizier­ten Fall kann ein nicht zu­friedenstellender Trittschallschutz im
Proben, an denen schon eine normgemäße Mes­sung der Gebäude zur Beeinträchtigung der Lebensqualität für die
dynamischen Steifigkeit durchgeführt wor­den war, wurden an Benutzer bis hin zur Unbrauchbar­keit des Gebäudes bzw. zu
weiteren 3 Proben folgende Messungen durchgeführt: sehr hohen Sanierungskosten führen, weil die bauphysika-
o Variante a): lische Planung auf falschen Materialeigenschaften basiert. Im
Messung ohne Gipsausgleichs­schichte, ohne Abdich- gegenständlichen Fall ist eine nachträgliche Sa­nierung wohl
tung der Fuge am Boden kaum mehr möglich.
o Variante b): Im objektiven Vergleich verschiedener Produkte und
Messung mit Gipsausgleichs­schichte, ohne Abdichtung Messmethoden ermöglichte das technologische Know-how
der Fuge am Boden der Versuchsanstalt nicht nur einen Schritt zur Verbesserung
o Variante c): der Produktqualität im Interesse der Verbraucher, sondern
Messung mit Gipsausgleichs­schichte, mit Abdichtung bewirkte darüber hinaus mehr Transparenz und Fairness am
der Fuge am Boden, normgemäße Probenbehandlung Markt. Last not least, sollte auch das Bewusstsein für die
In der nachfolgenden Tabelle 3 sind die Messergeb­nisse normgerechte Durchführung von Produktprüfungen gestiegen
zusammengestellt. sein.
Dynamische Steifigkeit s’ Autoren:
Proben-
Variante (MN/m3) HR Prof. Ing. Mag. Mathias M. Stani
anzahl
Mittelwert Leiter des Fachbereiches Akustik und Bauphysik
a) 3 15,9 Versuchsanstalt TGM
b) 3 19,3 [Link]@[Link]
c) 3 21,6 AR Ing. Brigitte Klinggraber
Zeichnungsberechtigte
1. Mess-Serie 3 21,0 Versuchsanstalt TGM
Tabelle 3: [Link]@[Link]
Ergebnisse der Messungen der dynamischen Steifigkeit Ing. Mag. Herbert Müllner
für unterschiedliche Einbauarten der Probe Stellvertretender Leiter des Fachbereiches Akustik und
Bauphysik
Ersichtlich passen die Ergebnisse an der normgemäßen Versuchsanstalt TGM
Variante c) gut zu den Ergebnissen der zuvor durchgeführten [Link]@[Link]
normgemäßen Messung an den normgemäß ausgewählten
Proben (jene Proben, deren Dichte dem Mittelwert der Dichte Normenverzeichnis
am nächsten lagen). ÖNORM EN 13163: Wärmedämmstoffe für Gebäude –
Jedenfalls ist deutlich zu erkennen, dass der normgemäße Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol
Einbau deutlich andere Ergebnisse liefert als der „verein- (EPS) – Spezifikation: Ausgabe 2009-03-01
fachte“ Einbau der Proben. Die Ergebnisse liegen um 26% ÖNORM EN 29052-1: Akustik, Bestimmung der dyna-
„günstiger“. Könnte dieser Umstand auch ein Grund für die mischen Steifigkeit, Teil 1: Materialien, die unter schwim-
vereinfachte Messung sein? menden Estrichen in Wohngebäuden verwendet werden,
Ersichtlich können vergleichbare und reproduzierbare Ausgabe 1. April 1993
o
Messergebnisse der dynamischen Steifigkeit nur dann er-

Achtung: neue E-Mail-Adresse!


Sekretariat des Verbandes der
Technologinnen und Technologen
Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr
Es starben: A-1200 Wien, Wexstraße 19–23 · 1. Stock (Hauptgebäude)
Telefon + Fax +43 (0)1 333 68 40
PL 68b E-Mail verband@[Link]
Ing. Helmuth Bichler
am 9. Mai 2012 Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG, BLZ: 32000
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technologe
Die Schule der Technik 2 / 2012

Der Europa Ingenieur (EUR ING)


Mit dem gemeinsamen Markt in der Europäischen Union Staaten genießt der EUR ING eine hohe Akzeptanz und ist als
hat das Thema Mobilität eine zuvor nie gekannte Bedeutung Ausweis erwünscht.
gewonnen. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die Aufga- Der EUR ING ist allerdings weder ein akademischer Titel
benfelder in den Ingenieurberufen lokal regional oder national wie der Diplomingenieur noch eine Standesbezeichnung wie
begrenzt und nur wenige, klar definierte Funktionen waren für der Ingenieur und darf daher in Österreich nur im Zusammen-
die internationalen technischen Kontakte zuständig. hang mit einem dieser Titel geführt werden. Auch das ist eine
Diese klare Aufgabenteilung hat sich in den letzten 20 der vielen nationalen Mobilitätsrestriktionen.
Jahren grundsätzlich verändert. Kaum ein Betrieb der nicht Um den EUR ING zu erwerben, bedarf es mindestens
multinational strukturiert ist oder zumindest regelmäßige o eines technischen oder naturwissenschaftlichen Stu­
Kooperationen mit Firmen im europäischen Ausland pflegt. In diums und entsprechend facheinschlägiger Berufspra-
den Ingenieurberufen stehen Reisen zu internationalen Kon- xis von insgesamt 7 Jahren
ferenzen, Kunden- und Lieferantenkontakte im europäischen
Umfeld und die Mitarbeit in multinationalen Teams an der o einer HTL oder gleichwertigen Ausbildung mit mindes­
Tagesordnung und europaweite Karrieren werden zunehmend tens 15 Jahren einschlägiger Berufspraxis.
häufiger. Damit bietet sich speziell für die österreichischen HTL-
Spätestens wenn man versucht in einem Ingenieurberuf Ingenieure die Möglichkeit, ihre Ingenieurqualifikation mit
im europäischen Ausland zu arbeiten, zeigt sich, dass der einen Zertifikat zu belegen, das international hohe Anerken-
gemeinsame Markt noch viele Mobilitätshürden besitzt. Über nung genießt.
das „Bologniaabkommen“ sind die aktuellen Studienab- Die Einreichung um den EUR ING erfolgt über einen der
schlüsse europaweit weitgehenden vereinheitlicht. Das gilt nationalen FEANI-Mitgliedsverbände. Das sind in Österreich
aber nicht für frühere Ingenieurstudien und schon gar nicht der Österreichische Verband für Elektrotechnik (ÖVE), der
für den in Österreich so erfolgreichen HTL-Ingenieur oder für Verband Österreichischer Ingenieure (VÖI) und der Öster-
nonformale Ausbildungen über das duale Bildungssystem. reichische Ingenieur- und Architekten-Verein (ÖIAV). Die
Die Regeln wer Ingenieur/in ist, sind in jedem Land unter- Kontakte finden Sie unter [Link], [Link] und www.
schiedlich und das führt schon oft zu Problemen, wenn es nur [Link]. Die österreichischen Ingenieurverbände bilden das
um Funktionen in multinationalen Projektteams geht. österreichische Nationalkomitee und vertreten die Belange
Die FEANI (Fédération Européenne d’Assoiciations Na­ österreichischer Ingenieure innerhalb der FEANI und setzen
tionales d’Ingénieurs – Europäische Föderation Nationaler In- sich für die Anerkennung österreichischer Berufsqualifika­tio­
genieurverbände) nimmt sich dieser Problematik seit langem nen im Ausland ein.
sehr erfolgreich an und unterstützt mit dem Titel „Europa Benötigt wird ein ausgefülltes und unterfertigtes Antrags-
­Ingenieur“ (EUR ING) die Mobilität von Ingenieuren und formular sowie Nachweise von Ausbildung und Berufspraxis.
Techniker/innen in Ingenieurberufen in Europa und interna- Im Laufe des Jahres 2012 wird der Antrag zum EUR ING
tional. auch online möglich sein. Nähere Informationen finden Sie
Der EUR ING dient gegenüber Arbeitgebern in ganz Euro­ auf den Seiten der nationalen Ingenieurverbände sowie auf
pa als Nachweis, dass die Inhaber eine Qualifikation als In- der FEANI Homepage [Link].
genieur/in besitzen und diese durch eine ingenieurspezifische Hier finden Sie auch umfangreiche Informationen zu
Ausbildung und entsprechende Berufserfahrung erworben Mobilität, Jobsuche und Bewerbung in Ingenieurberufen im
haben. Der EUR ING ist vor allem für Arbeitnehmer/innen europäischen Umfeld. Mit dem EUR ING werden Sie auch
von Vorteil, die in multinationalen Unternehmen oder Pro- Mitglied der größten europäischen Interessenvertretung der
jektteams tätig sind oder eine Funktion in einem anderen Ingenieurberufe. Die FEANI ist Ansprechpartner der Europä-
euro­päischen Land anstreben. FEANI repräsentiert über ihre ischen Kommission in allen Belangen der Ingenieurberufe und
nationalen Verbände derzeit rund 3,5 Millionen Ingenieur/in- damit die wichtigste Interessensvertretung der Ingenieure im
nen aus 31 europäischen Ländern. Auch außerhalb des euro- europäischen Umfeld.
päischen Wirtschaftraums insbesondere in vielen arabischen Dipl.-Ing. Wolfgang Scharl
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Technologentreffen
am Donnerstag, 4. Oktober 2012
Achtung!
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nachrichtentechnischen Abteilungen
am Freitag, 5. Oktober 2012 Der Zukunftskongress findet
für die Abteilungen Maschinenbau, Wirtschafts­
ingenieurwesen und Werkstoffingenieurwesen am 29. November 2012
um 18.00 Uhr, am TGM, am TGM statt.
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Zulassungsnummer: GZ02Z031461M
Erscheinungsort: Wien, Verlagspostamt: 1200 Wien
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P.b.b. Impressum:
Herausgeber, Eigentümer und Verleger:
A-1200 Wien, Wexstraße 19–23 Verband der Technologen.
Ing. Mag. Bernd Mayr, Ing. Norbert Pay.
Alle: A-1200 Wien, Wexstraße 19–23.

Layout und Satz: Siegfried Bergler


A-1220 Wien, Gumplowiczstraße 1.
Druck: F. Berger & Söhne Ges.m.b.H.
A-3580 Horn, Wiener Straße 80.

Die mit Namen oder Initialen versehenen Zuschriften


und Beiträge stellen die Meinung des Verfassers und
nicht un­bedingt die des Verbandes der Technologen dar.

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