BRICK FANTASY

Fantasy-Geschichten in Lego

Das Böse im Nebel #2

Der Wandernde Schatten war ein fester Begriff in dieser Welt. Die Zwerge nannten es in ihren Runenfragmenten Nhar’Vael, was in alter Borza-Sprache etwa bedeutete: „Das, was zwischen den Dingen geht.“
Immer wieder stellte man sich die Frage, ob Nhar’Vael ein Tier, ein Wesen oder vielleicht ein Geist; ein Phänomen mit Bewusstsein sein könnte. Das Volk hielt es für einen furchbaren Dämon und hinterfragte es auch nicht wirklich. Der Dämonenglaube wurde durch Weitererzäheln in den letzten paar hundert Jahren tief im Glauben verankert.
Die ältesten Aufzeichnungen aus Salwern sprachen von einem „gebrochenen Himmel“ über den Nebeln Luthiens. Einige Gelehrte vermuteten: Luthien war einst kein Nebelland. Möglicherweise wurde dort etwas geöffnet oder gebannt. Einige der Gelehrten waren der Meinung, dass etwas Größeres vom Himmel gefallen sein musste. In einem Abschnitt der Aufzeichnungen stand: „Der Nebel selbst scheint nicht natürlich zu sein. Er ist Träger, Mantel – vielleicht sogar Körper.“ Das war Öl im Feuer der Legenden und Geschichten.
In den Aufzeichnungen gab es auch einige Zeugenberichte von den Überlebenden der Kelts – Expedition. Sie berichteten von Ausläufern oder „Armen“ aus Dunst. Sie hatten immer das Gefühl, beobachtet zu werden, obwohl man nie etwas sah. Dazu kamen fehlenden Erinnerungen an Minuten oder Stunden. Die Tiere waren oft aggressiv und orientierten sich an Geräuschen und weniger auf Sicht. Einige glauben, die „Gesichtslosen“ waren keine eigenständige Spezies, sondern vom Nebel Veränderte. Das ließ den Gelehrten die Theorie aufstellen, dass Nhar’Vael nicht direkt Leben nahm, sondern die Wahrnehmung. Die Gesichtslosen waren jene, die zu lange gesehen hatten oder denen das Sehen genommen wurde.
Manche alten Expeditionstagebücher endeten mit denselben drei Worten: „Es sind weniger.“ Niemand wusste, wer oder was damit gemeint war.

©2009/2026 T.R. aka Wortman

12. März 2026 Verfasst von: | Das Böse im Nebel | , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Böse im Nebel #1

Im Norden Tagoriens erhebt sich ein gewaltiges Gebirge. Dahinter liegen die Nebel Luthiens. Seit Jahrhunderten gab es keine Expeditionen mehr in dieses Nebelland. Das Wissen über Luthien stammte aus uralten Aufzeichnungen vergangener Entdeckungsreisen, aus Legenden und von Wanderern erzählten Geschichten. Luthien, das Land im Nebel, wurde im Westen und Osten von zwei riesigen Strömen begrenzt. Die andere Uferseite war mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Hoch im Norden ragte eine riesige Felswand in den dichten Hochnebel hinein, steil und scheinbar unbezwingbar. Die beiden Grenzflüsse verschwanden in tunnelartigen Eingängen dieser Felswand. Die Strömung war so stark, dass es bisher niemand gewagt hatte, sich in diesen Tunnel zu begeben. Ein breiter Wasserfall existierte an dieser Felswand. Er stürzte in einen großen See und der Nebel war hier nicht sehr dicht. Die Sichtverhältnisse an den Uferzonen der beiden Ströme waren ebenso ausreichend. Der Großteil des inneren Landes war unerforscht, da die Nebel fast undurchdringlich schienen. Man konnte nur ein paar Schritte weit blicken. Diese Nebel lieferten die Grundlage für Legenden und Schauergeschichten, die man sich an Lagerfeuern oder Wirtshäusern in Tagorien erzählte. In den Chroniken der Hafenstadt Salwern stand geschrieben, dass in uralter Zeit die Bewohner Handel mit Amazonen aus dem Norden betrieben hatten. Eines Tages kamen keine Karawanen mehr und seither wurden keine Amazonen mehr gesehen. Niemand wusste, was aus ihnen wurde. Überlebende einer Expedition des venturischen Edelmannes Gringwol Kelt berichteten von seltsamen Wesen ohne Gesichter. Sie orientierten sich wohl nach Geräuschen oder anderen Dingen. Sie tauchten überraschend aus dem Nebel auf und ihre Waffen trafen jedes Ziel. Nur mit Glück gelang einigen Expeditionsmitgliedern die Flucht. Andere Aufzeichnungen erzählten von einer Rasse, die weitaus größer war als die der Menschen. Mehr war von diesem Volk nicht bekannt. Vor langer Zeit berichtete ein Zwerg aus dem Borzagebirge, dass Gruppen seines Volkes ebenfalls nach Luthien ausgezogen waren. Viele Zwerge wurden nie wieder gesehen. Eine Gruppe berichtete von bösartigen Tieren und brachte Kunde von Wächtern und etwas Bösem, welches durch den Nebel wanderte. Was immer damit gemeint war, verlor sich in den letzten Jahrhunderten. So entwickelten sich aus Mutmaßungen die Legenden.

Im 743. Jahr nach der Gründung Salwerns versammelte sich erneut eine kleine Schar Wagemutiger am Nordtor Tagoriens. Sie nannten sich nicht Entdecker. Sie nannten sich Wahrheitsfinder.
Der Nebel hatte sich in jenem Frühjahr ungewöhnlich weit nach Süden geschoben. Fischer berichteten, dass sie nachts Stimmen über das Wasser tragen hörten – keine Worte, nur ein Flüstern. Und am nördlichen Strom war ein Boot gefunden worden. Leer. Trocken. Ohne jede Spur von Kampf. Doch das Seltsamste war: Es stammte aus Salwern. Und sein Bauart war mehr als vierhundert Jahre alt.

©2009/2026 T.R. aka Wortman

9. März 2026 Verfasst von: | Das Böse im Nebel | , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zwerge im Nebel

Bild: T.R. aka Wortman

9. März 2026 Verfasst von: | MOCs | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fragment 1.8: Ophiocordyceps – Das Netzwerk (Death in Life)

Dank wieder erlangter Kreativität habe ich die Death in Life Story – Fragmente überarbeitet, jede Menge Notizen geschrieben und der möglichen Geschichte eine „gerade Linie“ verpasst sowie einen neuen Namen. Die Grundstruktur steht. Ich hoffe, ich habe genug kreative Energie übrig, dieses Projekt voranzutreiben. Auch wenn ich beim „Zwielicht“ gesagt hatte, ich denke eher „medial als in reinen Worten“, würde ich hier doch gerne das Experiment Roman in Angriff nehmen. Vielleicht bekomme ich den nötigen Schub dafür.

Zumindest das Basteln hat Wirklung gezeigt in den letzten zwei Tagen. Herausgekommen ist ein wirklich cooles Cover und ein kurzer Klappentext.

Klappentext
Ein militärisches Experiment gerät außer Kontrolle.
Als ein genetisch modifizierter Pilz nach einem Unfall freigesetzt wird, breitet sich die Infektion rasend schnell aus. Die Befallenen greifen ihre eigene Spezies an – präzise, koordiniert, intelligent. Was als biologische Waffe geplant war, entwickelt sich zu etwas weit Gefährlicherem: einem lernenden Netzwerk.
Die Menschheit steht vor ihrer größten Entscheidung.

© 2026 T.R. aka Wortman

26. Februar 2026 Verfasst von: | Ophiocordyceps - Das Netzwerk | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Fragment 1.7: Death in Life

Das Labor lag drei Ebenen unter der Erde. Dicke Sicherheitstüren, Betonwände, Luftschleusen. Alles war darauf ausgelegt, etwas draußen zu halten. Niemand hatte darüber nachgedacht, dass das Problem längst drinnen sein könnte. Die beiden Exemplare saßen in getrennten Glaszellen. Fixiert. Überwacht. Verkabelt.
Dr. Weber stand mit verschränkten Armen vor der Scheibe von Zelle Eins.
„Herzfrequenz stabil. Cortisolwerte erhöht, aber nicht extrem. Das passt nicht zu dem Verhalten draußen.“
Das Wesen hob langsam den Kopf. Seine Augen waren klar. Nicht trüb oder leer wie bei einem der sonstigen Infizierten.
„Es reagiert auf Sie“, murmelte die Technikerin neben ihm.
„Unsinn. Es reagiert auf Bewegung.“
Dr. Weber trat einen Schritt nach links. Die Augen folgten ihm. Langsam und präzise. In der zweiten Zelle begann das andere Exemplar plötzlich mit den Fingern über den Boden zu kratzen.
„Was macht es da?“ Dr. Weber drehte sich zur Technikerin um. „Zoomen Sie die Kamera heran!“
Sie ging zum Pult und ließ die Überwachungskamera heran zomen. Linien waren zu sehen. Keine zufälligen Kratzereien, sondern gerade Striche. Dann ein zweiter Satz Linien, parallel dazu.
„Das sind… Koordinaten?“, flüsterte jemand.
Im Kontrollraum wurde es still.

22. Februar 2026 Verfasst von: | Ophiocordyceps - Das Netzwerk | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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