MANIFEST
JUGENDZENTRUM „JUZE“ INNICHEN
2021 – 2024Nach kopfzerbrechenden Wochen und etlichen Gesprächen haben wir uns entschieden mit dem ursprünglichen 3. Sommerfest (heuer Herbstfest) unsere Veranstaltungen im Jugendzentrum „JUZE“ Innichen einzustellen. Die Gründe sind vielschichtig und nicht ganz einfach zu verstehen. Wir möchten Transparent mit der Entscheidung umgehen und somit keine Gerüchte kursieren lassen.
Hier ein Einblick:I. Die Gruppe
Leider sind in den letzten Jahren (über 6 Jahre Mitgliedschaft meinerseits) keine neuen Mitglieder mehr beigetreten. Wo wir früher doch noch gekämpft haben, Teil des Jugendzentrums zu werden, herrscht heute kein Interesse seitens der jüngeren Generationen. Unsere Gruppe hat es in den letzten Jahren stark auseinandergerissen, übrig geblieben sind 2 aktive Mitglieder und viele freiwillige Helfer – Freunde und Familie. Ohne diese tollen Menschen, wären unsere Veranstaltungen niemals möglich gewesen. Doch leider wird der Aufwand immer größer und die Kette, die alles zusammenhält, ist am Zerbrechen.II. Die Finanzierung
Das Jugendzentrum Innichen erhält, wie jeder Verein in unserer Gemeinde, einen ordentlichen Jahresbeitrag. Dieser deckt, in unserem Fall, gerade einmal die Stempelmarken für die Meldungen der Öffentlichen Veranstaltungen und eine von 6 jährlichen Stromrechnungen. Nach etlichen Gesprächen und mehrmaligen Zusagen, übernimmt die Gemeinde Innichen trotzdem keine unserer laufenden Kosten, weshalb wir uns nur durch private Unternehmen, sprich, Sponsoren über Wasser gehalten haben. Vielen Dank an jeden einzelnen Unterstützer!III. Die Bürokratie
Die bürokratischen Hürden um öffentliche Veranstaltungen werden immer größer und es Bedarf einem enormen Zeitaufwand und Wissen, diesen nachzukommen. Jedes Jahr kommen neue, verpflichtende Meldungen hinzu und wir konnten nur mit viel Überzeugungsarbeit und etlichen Stunden bei verschiedenen Ämtern dafür sorgen, dass alles der Norm entsprach. Auch hier wünschen wir uns für zukünftige Jugendgruppen mehr Unterstützung seitens der Jugendreferenten oder Jugenddiensten.IV. Der Respekt
Anfangs, als wir unsere erste Veranstaltungen gestartet haben, mit dem Ziel einen offenen Raum zu schaffen – frei von Vorurteilen und dem Schubladendenken in unseren kleinen Dörfern – sahen wir, dass unsere Gäste voller Freude, Respekt und einem tollen, selten gesehenen Miteinander die Veranstaltungen besuchten. Mit der Zeit wurde dieser offene und freie Raum immer mehr ausgenutzt, nach dem Motto: gibt ja eh keinen „Aufpasser“. Eigenverantwortung stand bei uns großgeschrieben, doch wir sehen einen Wandel in unseren Gästen und denken, dass dieses Wort für viele noch ein unbekannter Begriff ist. Hinter vielen Aktionen die auf unseren Veranstaltungen stattgefunden haben stehen wir nicht und möchten auch keinen Raum dafür bieten!Schlusswort
Dieser Text soll keine Überdramatisierung der Zustände um unseren Verein sein, wir hatten die schönsten Zeiten und genossen die Freiheit und die Möglichkeiten in unserer Gemeinde sehr! Wir können mit Stolz behaupten, einen großen Beitrag für Subkulturen in unserem Tal und vielleicht auch Land geleistet zu haben. Mit Erfolg! Die Veranstaltungen waren stets gut besucht, was uns zeigt: es braucht mehr Raum und mehr öffentliche Unterstützung für die Macher in diesen Szenen!
Wie wir immer schön sagen, NEVER SETTLE!Cheers,
Philipp