Prof. Dr.
Ulrike Neyer
Übungen: Thomas Link, André Sterzel,
Maximilian Horst, Jana Magin
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Grundlagen der VWL II: Einkommen,
Beschäftigung und Preisniveau
Vorlesung im Sommersemester 2018
Fragen und Literatur zu
4 Makroökonomische Modelle
Fragen zu 4.2 Modell mit exiblen Löhnen
1. Betrachten Sie ein Makromodell mit exiblen Nominallöhnen:
(a) Stellen Sie die Gleichungen des Modells auf (Gütermarkt, Geldmarkt,
Arbeitsmarkt, Produktionsfunktion).
(b) Erläutern Sie die einzelnen Gleichungen.
(c) Welche Variablen sind exogen, welche endogen?
(d) Stellen Sie mit Hilfe einer Grak das simultane Gleichgewicht auf dem
Güter-, Geld- und Arbeitsmarkt dar.
2. Bestimmen Sie grasch, wie eine expansive Geldpolitik auf die endogenen Va-
riablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
3. Bestimmen Sie grasch, wie eine kontraktive Geldpolitik auf die endogenen
Variablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
4. Bestimmen Sie grasch, wie eine Senkung der Steuern auf die endogenen Va-
riablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
5. Bestimmen Sie grasch, wie eine Senkung der Staatsausgaben auf die endoge-
nen Variablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
6. Was versteht man unter dem Crowding-out-Eekt? Wie groÿ ist er in diesem
Modellrahmen mit exiblen Nominallöhnen?
7. Bestimmen Sie grasch, wie eine Erhöhung des Kapitalstocks auf die endoge-
nen Variablen wirkt. Erläutern Sie kurz Ihr Ergebnis.
8. Bestimmen Sie grasch, wie eine beispielsweise durch Einwanderung ausgelö-
ste Erhöhung des Arbeitskräftepotentials auf die endogenen Variablen wirkt.
Erläutern Sie kurz Ihr Ergebnis.
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9. Eine Naturkatastrophe hat einen Groÿteil des Kapitalstocks der betrachteten
Volkswirtschaft zerstört. Welche Konsequenzen hat dies für den Output, die
Beschäftigung, den Zinssatz, das Preisniveau und den Reallohn? Liegt weiter-
hin Vollbeschäftigung vor? Begründen Sie Ihre Antwort!
10. Kann durch Geld- und Fiskalpolitik die Beschäftigung erhöht werden? Begrün-
den Sie Ihre Antwort. Wieso könnte das überhaupt eine Überlegung sein, es
herrscht doch Vollbeschäftigung!
11. Zeigen Sie grasch welche Auswirkungen eine Erhöhung der Staatsausgaben
auf den Zins hat, wenn sie durch:
(a) Kreditaufnahme nanziert würde;
(b) Geldmengenerhöhung nanziert würde;
(c) Steuererhöhung nanziert würde.
12. Legen Sie Ihren Überlegungen folgendes vereinfachtes Makromodell zugrunde:
Y = C(Y − T ) + I(i) + G, CY −T > 0, Ii < 0
M = P L(Y, i), LY > 0, Li < 0
Y =Yn
(a) Bilden Sie das totale Dierential.
(b) Setzen Sie im Ausgangsgleichgewicht L = P = 1, und nehmen Sie an,
dass dT = dG = 0. Bestimmen Sie formal, wie sich der Output Y , das
Preisniveau P und der Zinssatz i bei einer expansiven Geldpolitik verän-
dern. Begründen Sie Ihr Ergebnis.
(c) Setzen Sie im Ausgangsgleichgewicht L = P = 1, und nehmen Sie an,
dass dT = dM = 0. Bestimmen Sie formal, wie sich der Output Y ,
das Preisniveau P und der Zinssatz i bei einer expansiven Fiskalpolitik
verändern. Begründen Sie Ihr Ergebnis. Warum hängt die Stärke der
Zinsänderung von der Zinssensitivität der Investitionen Ii ab?
Fragen zu 4.3 Modell mit rigiden Löhnen
1. Betrachten Sie ein Makromodell mit rigiden Nominallöhnen:
(a) Stellen Sie die Gleichungen des Modells auf (Gütermarkt, Geldmarkt,
Arbeitsmarkt, Produktionsfunktion).
(b) Erläutern Sie die einzelnen Gleichungen.
(c) Welche Variablen sind exogen, welche endogen?
(d) Stellen Sie mit Hilfe einer Grak das simultane Gleichgewicht auf dem
Güter-, Geld- und Arbeitsmarkt bei einer Unterbeschäftigung dar.
2. Bestimmen Sie grasch, wie eine expansive Geldpolitik auf die endogenen Va-
riablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
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3. Bestimmen Sie grasch, wie eine kontraktive Geldpolitik auf die endogenen
Variablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
4. Was versteht man unter der Liquiditätsfalle?
5. Zeigen Sie mit Hilfe einer Grak (IS-LM- und AS-AD-Diagramm) wieso kon-
ventionelle Geldpolitik in der Liquiditätsfalle nicht mehr wirkt.
6. Erläutern Sie kurz mögliche unkonventionelle geldpolitische Maÿnahmen. Wel-
che Probleme können mit ihnen verbunden sein?
7. Bestimmen Sie grasch, wie eine Senkung der Steuern auf die endogenen Va-
riablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
8. Bestimmen Sie grasch, wie eine Senkung der Staatsausgaben auf die endoge-
nen Variablen wirkt. Erläutern Sie Ihr Ergebnis mit Hilfe einer Wirkungskette.
9. Was versteht man unter dem Crowding-out-Eekt? Wie groÿ ist er in diesem
Modellrahmen mit rigiden Nominallöhnen?
10. Vergleichen Sie mit Hilfe des IS-LM-Diagramms den Crowding-Out-Eekt bei
rigiden und exiblen Nominallöhnen (berücksichtigen Sie die Preiseekte!).
11. Erläutern Sie mit Hilfe des IS-LM-Diagramms (berücksichtigen Sie die Preis-
eekte!) warum
dY 1 dY
= > .
dG i,P =exogen 1 − CY −T dG i,P =endogen
12. Was versteht man unter dem Haavelmo-Eekt?
13. Erläutern Sie, inwiefern eine einkommensabhängige Steuer als built-in stabili-
zer fungieren kann.
14. Bestimmen Sie grasch, wie eine expansive Lohnpolitik auf die endogenen
Variablen wirkt.
15. Bestimmen Sie grasch, wie eine kontraktive Lohnpolitik auf die endogenen
Variablen wirkt.
16. Bestimmen Sie grasch, wie eine Erhöhung des Kapitalstocks auf die endoge-
nen Variablen wirkt.
17. Bestimmen Sie grasch, wie eine beispielsweise durch Einwanderung ausgelöste
Erhöhung des Arbeitskräftepotentials auf die endogenen Variablen wirkt.
18. Eine Naturkatastrophe hat einen Groÿteil des Kapitalstocks der betrachteten
Volkswirtschaft zerstört. Welche Konsequenzen hat dies für den Output, die
Beschäftigung, den Zinssatz, das Preisniveau und den Reallohn?
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19. Kann durch Geld- und Fiskalpolitik die Beschäftigung erhöht werden? Begrün-
den Sie Ihre Antwort.
20. Welche Möglichkeit hat die Lohnpolitik, Arbeitslosigkeit abzubauen? Warum?
Fragen zu 4.4 Erwartungsänderungen und Schocks
1. Was versteht man unter einer Veränderung der:
(a) Investitionsneigung;
(b) Konsumneigung;
(c) Liquiditätsneigung?
Welche Konsequenzen haben diese Veränderungen jeweils für die AD-Kurve?
2. Welche Rolle spielen Erwartungen bei Veränderungen der:
(a) Investitionsneigung;
(b) Konsumneigung;
(c) Liquiditätsneigung?
3. Grenzen Sie kurz statische, autoregressive und rationale Erwartungen vonein-
ander ab.
4. Wodurch können Erwartungsänderungen ausgelöst werden?
5. Was versteht man unter einem Nachfrage-, was unter einem Angebotsschock?
6. Legen Sie Ihren Überlegungen ein makroökonomisches Modell mit kurzfristig
rigiden Löhnen zugrunde. Die Ausgangssituation ist ein Gleichgewicht bei Voll-
beschäftigung. Zeigen Sie grasch:
(a) wie ein negativer Nachfrageschock kurzfristig auf den gleichgewichtigen
Output und das gleichgewichtige Preisniveau wirkt;
(b) wie ein positiver Nachfrageschock kurzfristig auf den gleichgewichtigen
Output und das gleichgewichtige Preisniveau wirkt;
(c) welches mittelfristige Gleichgewicht sich nach einem negativen Nachfra-
geschock einstellen wird, wenn seitens der Wirtschaftspolitik keine Maÿ-
nahmen ergrien werden;
(d) welche Möglichkeiten die Wirtschaftspolitik hat, auf einen negativen
Nachfrageschock zu reagieren, wenn sie den gesamtwirtschaftlichen Out-
put stabilisieren möchte; erläutern Sie kurz, welche Probleme hiermit
verbunden sein können;
(e) welches kurzfristige Gleichgewicht sich nach einem negativen, vorüberge-
henden Angebotsschock einstellen wird;
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(f ) welches mittelfristige Gleichgewicht sich nach einem negativen, vorüber-
gehenden Angebotsschock einstellen wird, wenn keine Geld- oder Fiskal-
politik betrieben wird;
(g) vor welchem Dilemma die Geldpolitik bei einem vorübergehenden Ange-
botsschock steht;
(h) wie sich der gleichgewichtige Ouput und das gleichgewichtige Preisniveau
in der kurzen und mittleren Frist verändern, wenn eine Naturkatastrophe
groÿe Teile des Kapitalstocks der betrachteten Volkswirtschaft zerstört
hat. Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn mit einer expansiven Geld-
oder Fiskalpolitik reagiert wird? Welche anderen Maÿnahmen könnte die
Regierung der betrachteten Volkswirtschaft ergreifen?
Fragen zu 4.5 Phillipskurve
1. Erläutern Sie die Phillipskurve.
2. Erläutern Sie, warum der negative Zusammenhang zwischen Inationsrate und
Arbeitslosenquote in den 70er Jahren zusammenbrach.
3. Was versteht man unter der natürlichen Arbeitslosenquote? Wie steht diese
im Zusammenhang mit der Phillipskurve?
4. Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen der Phillipskurve und der aggre-
gierten Angebotskurve.
Fragen zu 4.6 Modell einer oenen Volkswirtschaft
1. Was versteht man unter dem nominalen, was unter dem realen Wechselkurs?
2. Wodurch unterscheiden sich Preis- und Mengennotierung beim Wechselkurs?
3. Was versteht man unter einem System exibler, was unter einem System fester
Wechselkurse?
4. Stellen Sie den Devisenmarkt grasch dar. Erläutern Sie, warum die Ange-
botskurve einen steigenden und die Nachfragekurve einen fallenden Verlauf
aufweist.
5. Legen Sie Ihren Überlegungen das in der Vorlesung behandelte Makromodell
einer oenen Volkswirtschaft zugrunde.
(a) Erläutern Sie, von welchen Variablen Güterimport und -export abhängen.
(b) Warum ist die Zentralbank bei festem Wechselkurs nicht autonom, bei
exiblem Wechselkurs hingegen schon?
(c) Erläutern Sie mit Hilfe einer Wirkungskette, wie eine expansive Geld-
politik (Zunahme der Geldmenge) bei exiblen Wechselkursen auf das
inländische Preisniveau und den Wechselkurs wirkt. Stellen Sie die Aus-
wirkungen auf dem Devisenmarkt auch grasch dar.
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(d) Erläutern Sie mit Hilfe einer Wirkungskette, welchen Einuss ausländi-
sche Preis- und Einkommenssteigerungen auf den Wechselkurs und das
inländische Preisniveau bei exiblen und festen Wechselkursen haben.
Stellen Sie die Auswirkungen auf dem Devisenmarkt auch grasch dar.
Fragen zu 4.7 Neu-Keynesianisches Makromodell
1. Erläutern Sie kurz, wodurch ein Neu-Keynesianisches Makromodell charakte-
risiert ist.
2. Warum haben geldpolitische Maÿnahmen in Neu-Keynesianischen Makromo-
dellen reale Eekte? Schildern Sie kurz die Idee.
3. Interpretieren Sie die folgende intertemporale IS-Kurve:
yt = −β(it − Et ∆pt+1 ) + Et yt+1 + vt . (1)
4. Vergleichen Sie die intertemporale IS-Kurve mit der traditionellen IS-Kurve.
5. Interpretieren Sie die folgende Preissetzungsfunktion:
∆pt = αyt + ηEt ∆pt+1 + gt . (2)
6. Interpretieren Sie die folgende geldpolitische Regel:
it = Et ∆pt+1 + µ1 Et ∆pt+1 + µ2 Et yt+1 (3)
7. Legen Sie Ihren Überlegungen das durch die Gleichungen (1) bis (3) beschrie-
bene Neu-Keynesianische Makromodell zugrunde. Gehen Sie für den Ange-
botsschock von folgender Gleichung aus: gt = ρgt−1 + ωt . Gehen Sie weiterhin
davon aus, dass µ2 = 0 und vt = 0 sind. Wie wirkt sich der Angebotsschock
auf den Output und die Inationsrate aus, wenn:
(a) ρ=0 und µ1 = 0;
(b) ρ>0 und µ1 = 0;
(c) ρ>0 und µ1 > 0?
Erläutern Sie Ihr Ergebnis jeweils mit Hilfe einer Wirkungskette.
8. Legen Sie Ihren Überlegungen das durch die Gleichungen (1) bis (3) beschrie-
bene Neu-Keynesianische Makromodell zugrunde. Gehen Sie für den Nachfra-
geschock von folgender Gleichung aus: vt = ρvt−1 + t . Gehen Sie weiterhin
davon aus, dass µ2 = 0 und gt = 0 sind. Wie wirkt sich der Nachfrageschock
auf den Output und die Inationsrate aus, wenn:
(a) ρ=0 und µ1 = 0;
(b) ρ>0 und µ1 = 0;
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(c) ρ>0 und µ1 > 0?
Erläutern Sie Ihr Ergebnis jeweils mit Hilfe einer Wirkungskette.
Literatur
Blanchard, Olivier und Gerhard Illing (2017), Makroökonomie, 7. Auage, Pearson
Verlag.
Jarchow, Hans-Joachim (2010), Grundriss der Geldtheorie, 12. Auage, Kapitel IV,
Lucius & Lucius Verlag.
Mankiw Gregory und Mark Taylor (2016), Grundzüge der Volkswirtschafstlehre, 6.
Auage,Schäer-Poeschel Verlag.
Wohltmann, Hans-Werner (2016), Grundzüge der makroökonomischen Theorie, 7.
Auage, Oldenbourg Verlag.
Zum Neu-Keynesianischen Modell (eher für Masterkurs):
Walsh, Carl E. (2017), Monetary Theory and Policy, 4. Auage, Kapitel 8, MIT
Press.